| BR24

 
 

Bild

Computer-Bildschirm mit Logo des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik
© dpa-Bildfunk/Oliver Berg

Autoren

Eva Böck
© dpa-Bildfunk/Oliver Berg

Computer-Bildschirm mit Logo des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik

Es ist ein Datenklau von immensem Ausmaß. Rund 1.000 Politiker und Prominente sind betroffen, und viele fragen sich, warum das Bundesamt für IT-Sicherheit (BSI) eigentlich so lange geschwiegen hat.

"Völlig inakzeptable Nicht-Information"

"Gibt es etwas zu verbergen?", fragt etwa Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken im Bundestag. Er sagt, angesichts der Dimension dieses Datenklaus sei die "Nichtinformation von Partei- und Fraktionsvorsitzenden durch die Behörden" völlig inakzeptabel. Auch der FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin betont, man müsse sich über die Informationspolitik der Behörde wundern.

"Das Bundesamt muss seine Vorgehensweise darlegen und kritisch überprüfen." Manuel Höferlin, FDP-Digitalpolitiker

Verärgert ist offensichtlich auch eine weitere wichtige Sicherheitsbehörde in Deutschland: das Bundeskriminalamt. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur hat sich das BKA in einem Schreiben an alle Bundestagsabgeordneten gewandt. Darin heißt es, man habe erst in der Nacht auf Freitag von dem Datenklau erfahren. Eine Rechtfertigung, aber vor allem ein Seitenhieb auf das BSI.

Das Bundesamt verteidigt sich

BSI-Präsident Arne Schönbohm will die Kritik so nicht stehen lassen. Im Interview mit dem Fernsehsender Phoenix sagte er, man habe schon sehr frühzeitig im Dezember mit einzelnen betroffenen Abgeordneten gesprochen. Außerdem habe es schon frühzeitig "bestimmte Aktionen" gegeben: Unter anderem sei ein "Mobile Incident Response Team" losgeschickt worden, also ein Team, das den Geschädigten Hilfestellung bieten sollte.

Hinter dem Hack steckt womöglich ein Einzeltäter

Nach Informationen des NDR deutet übrigens vieles darauf hin, dass ein Einzeltäter für den Hack verantwortlich sein könnte. Ein Hacker namens "Orbit" soll schon vor zwei Jahren den Twitter-Account eines deutschen Youtube-Stars gekapert haben. Über diesen Account soll er dann private Daten und Dokumente von Politikern und Prominenten verbreitet haben. Auch zahlreiche bayerische Politiker sind betroffen von dem Daten-Leak.