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Razzia gegen italienische Mafia
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tagesschau.de
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Razzia gegen italienische Mafia

Reichen die Arme des organisierten Verbrechens in NRW bis in die Dienststellen der Behörden? Einen Tag nach der Razzia gegen die Mafia-Organisation 'Ndrangheta mit 18 Festnahmen in Nordrhein-Westfalen stehen Beamte im Verdacht, mit der Mafia verbunden zu sein. Es werde gegen fünf Beschuldigte wegen Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft heute.

Dabei handele es sich um zwei Polizisten, eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, eine Mitarbeiterin der bei Köln gelegenen Stadt Wesseling und eine ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Duisburg. Sie alle sollen illegal Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergegeben haben. Um welche Informationen es sich handelt, wollten die Ermittler nicht preisgeben.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sei davon auszugehen, dass die Beschuldigten für die Weitergabe der Informationen keine finanzielle Gegenleistung erhalten haben. Außerdem hätten sie die Ermittlungen gegen die Mafia-Organisation durch ihr Verhalten nicht gefährdet.

18 Personen festgenommen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete die Razzia vom gestrigen Mittwoch im Innenausschuss des Landtags als "extrem erfolgreichen Vorgang, auch europaweit". Neben den 18 Festnahmen in NRW seien auch drei Personen in Berlin aufgespürt worden, die von der Kölner Polizei gesucht würden.

Die Verdächtigen werden der mächtigen Mafiagruppe 'Ndrangheta zugerechnet, die ihre Wurzeln in Kalabrien hat. Ihnen wird unter anderem Betrug in Millionenhöhe und bandenmäßiger Kokainhandel vorgeworfen. So legte die Kölner Polizei den Verdächtigen 23 Fahrten mit jeweils 80 Kilogramm Kokain zur Last.

Insgesamt waren in NRW bei der Operation unter dem Decknamen "Pollino" laut Innenministerium mehr als 600 Polizeikräfte im Einsatz. Allein das Bundeskriminalamt ließ 67 Objekte in NRW durchsuchen. NRW war einer der Schwerpunkte der Razzia.