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Gut vernetzt in Brüssel - Ursula von der Leyen im Porträt | BR24

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll an die Spitze der EU-Kommission wechseln. Darauf einigte sich der EU-Gipfel. Demzufolge soll ferner IWF-Chefin Christine Lagarde Nachfolgerin von EZB-Präsident Mario Draghi werden.

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Gut vernetzt in Brüssel - Ursula von der Leyen im Porträt

Von der Leyen ist in Brüssel bei EU und NATO keine Unbekannte - schließlich steht sie seit 2013 an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Wegen der Berateraffäre hatte sie dort zuletzt viel Ärger.

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Die Sonne strahlt - Ursula von der Leyen auch. Es ist zwar nur ein Modell, das da auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris enthüllt wird. Doch jeder soll es sehen: Das Luftkampfsystem der Zukunft kommt voran. Bei der Unterzeichnung des Entwicklungsvertrages sitzen die Verteidigungsministerinnen aus Deutschland, Frankreich und Spanien nebeneinander.

Hinter ihnen steht Präsident Emmanuel Macron. "Es ist ein großer Tag für die Europäische Verteidigungsunion", sagt von der Leyen, die sich seit längerem für eine engere militärische Zusammenarbeit in der EU stark macht. Als Kommissionpräsidentin könnte sie dieses Projekt noch intensiver vorantreiben.

In der europäischen Hauptstadt geboren

Mit Brüssel verbindet die 60-Jährige viel. Ihr Vater Ernst Albrecht war vor seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident bei der Kommission tätig. Er stieg bis zum Generaldirektor auf. Von der Leyen ist in Brüssel geboren, ging dort auch zur Europäischen Schule.

Sie studierte unter anderem in London, war Gasthörerin an der Stanford University in Kalifornien. Entsprechend gut sind ihre Sprachkenntnisse. Die politische Bühne in Brüssel kennt sie bestens von unzähligen Ministertreffen bei EU und NATO. Und so verwundert es wenig, dass ihr Name immer wieder genannt wurde, wenn es um Posten in der EU ging.

Spät gestartet, aber dann ging es rasant

Die politische Karriere der Mutter von sieben Kindern begann spät, verlief dann aber rasant: Abgeordnete im niedersächsischen Landtag, dann Landesministerin. 2005 wechselt sie nach Berlin, übernimmt die Ressorts Familie, Arbeit und schließlich das Verteidigungsministerium. Sie ist die erste Frau in diesem Amt, mittlerweile führt sie es länger als die meisten ihrer Vorgänger.

Von der Leyen gilt als ehrgeizig und geht auch die dicken Brocken an: das schwerfällige Beschaffungswesen und Probleme mit milliardenschweren Rüstungsprojekten. Als Staatssekretärin für Rüstung holt sie Katrin Suder von der Unternehmensberatung McKinsey ins Ministerium.

Zeugin im Untersuchungsausschuss

Aktuell befasst sich ein Untersuchungsausschuss des Bundestages mit der Vergabe von Beratungsleistungen, die der Bundesrechnungshof als rechtswidrig ansieht. Auch von der Leyen und Suder sind als Zeugen geladen.

Was hat von der Leyen in der Bundeswehr bewegt? Die Ministerin selbst spricht gerne von den positiven Trendwenden bei Personal und Material. Das sehen viel in der Bundeswehr sehr viel kritischer. Für nachhaltigen Unmut in der Truppe sorgte, dass von der Leyen nach mehreren Vorfällen der Bundeswehr ein "Haltungsproblem" und "Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen" vorgeworfen hatte.

Jetzt könnte sich das Kapitel Bundeswehr also schließen. Neuland ist das internationale Parkett wahrlich nicht. Und die Situation, ein Amt als erste Frau zu übernehmen, kennt sie ja bereits.