BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / NurPhoto
Bildrechte: picture alliance / NurPhoto

FFP2-Masken sollen an Millionen Menschen günstig abgegeben werden.

7
Per Mail sharen

    Über 27 Millionen Menschen sollen FFP2-Masken günstiger erhalten

    Einem Beschluss von Bund und Ländern von vergangener Woche zufolge sollen Risikopatienten zum Schutz vor dem Coronavirus FFP2-Masken besonders günstig erhalten. Nun ist offenbar geklärt, welche Personen sie erhalten sollen.

    7
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel am 16. November wurden zwar nur wenige Beschlüsse gefasst - einer hat aber das Ziel, Risikopatienten besser vor Corona zu schützen. Besonders gefährdete Menschen sollen demnach mit günstigen FFP2-Masken ausgestattet werden. Unklar waren bis heute weitere Details - unter anderem, wer sie bekommen soll.

    Günstige FFP2-Masken für über 27 Millionen Menschen

    Der Gemeinsame Bundesausschuss des Gesundheitswesens mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat nun eine erbetene Eingrenzung der Gruppen mit Risiken für schwere und tödliche Verläufe erstellt.

    Insgesamt dürften demnach 27,35 Millionen Menschen die günstigen FFP2-Masken erhalten, wie es in der Stellungnahme des obersten Gremiums des Gesundheitswesens heißt. Dazu zählen 23,7 Millionen Menschen ab 60 Jahre, außerdem Menschen mit Risikoschwangerschaften, Übergewicht oder Vorerkrankungen. Darunter fallen auch Patienten mit Diabetes, Asthma, Schlaganfällen, Krebs, Herz- und Nierenschwäche sowie Menschen mit transplantierten Organen.

    15 FFP2-Masken gegen "eine geringe Eigenbeteiligung"

    Die Stellungnahme soll nun Grundlage für eine Verordnung sein, mit der das Bundesgesundheitsministerium die konkrete Umsetzung regeln will. Dazu soll auch noch mit Apotheken und Krankenkassen beraten werden. Ziel bleibe, mit der Ausgabe im Laufe des Dezembers zu beginnen. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern am 16. November sollen pro Person insgesamt 15 FFP2-Masken - rechnerisch eine pro Winterwoche - gegen "eine geringe Eigenbeteiligung" zu bekommen sein. Die Kosten dafür will der Bund übernehmen.

    Um Infektionsrisiken zu vermeiden und Arztkapazitäten nicht unnötig zu binden, sollten Risikopatienten unter 60 mit möglichst einfachen Regeln ermittelt werden, erläutert der Gemeinsame Bundesausschuss. Individuelle ärztliche Überprüfungen oder Atteste seien nicht praktikabel und werden deswegen auch nicht empfohlen. Genutzt werden sollten vorrangig Verwaltungsdaten.

    Deutsche Stiftung Patientenschutz für Ausgabe von FFP2-Masken

    FFP2-Masken schützen auch den Träger der Maske vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Die Inhalation infektiöser Aerosole wird damit besser verhindert als beispielsweise bei einem einfachen Mund-Nasen-Schutz, wie er von Ärzten bei OPs getragen wird, oder von selbstgenähten Masken aus Stoff. Letztere schützen vor allem die Umgebung, wenn der Träger infiziert ist.

    Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte die Entscheidung, die Hochrisikogruppe besser zu schützen. "Der Vorteil einer FFP2-Maske liegt auf der Hand. Sie schützt nicht nur andere, sondern auch den Träger selbst", sagte Vorstand Eugen Brysch. Dabei dürften sich aber Probleme mit minderwertigen FFP2-Masken wie im ersten Halbjahr nicht wiederholen, auch um Verzögerungen zu vermeiden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse dafür sorgen, dass das Geld gut angelegt sei. Ein solcher Schutz sei auf dem Markt nicht unter drei Euro pro Stück zu haben. Daraus könnten Kosten von 1,2 Milliarden Euro resultieren.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!