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Der Bundesgesundheitsminister will über die Impfreihenfolge nachdenken und Lehrer und Erzieher vorziehen. Das sagte Jens Spahn bei einer Videokonferenz mit Bürgern.

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Grundschullehrer und Erzieher: Frühere Impfung zeichnet sich ab

Die Anzeichen, dass Kita- und Grundschulbeschäftigte in der Impfreihenfolge nach vorne rücken, verdichten sich. Bundesgesundheitsminister Spahn spricht sich klar dafür aus. Die Ständige Impfkommission rät indes von einer Änderung der Reihenfolge ab.

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  • BR24 Redaktion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass Erzieher und Grundschullehrer bald gegen das Coronavirus geimpft werden können. Es sei gesellschaftlich sehr wichtig, dass Kitas und Grundschulen wieder öffnen könnten. Weil das Abstandhalten dort jedoch nicht möglich sei, wolle man die Beschäftigten zügig in die Gruppe zwei aufnehmen und ihnen früher ein Impfangebot ermöglichen, sagte der Minister bei einer Online-Diskussion zum Thema Corona-Impfung in Berlin.

Impfverordnung vor Änderung

Bei der Impfreihenfolge in Deutschland wurden drei große Gruppen festgelegt: Gruppe eins mit "Höchster Priorität", Gruppe zwei: "Hohe Priorität", und Gruppe drei: "Erhöhte Priorität". Kita- und Grundschulbeschäftigte stehen nach der aktuellen Impfverordnung in Gruppe drei und wären damit voraussichtlich erst im Sommer dran. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung gebeten, zu prüfen, ob Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher früher geimpft werden könnten.

Dafür müsste die geltende Impfverordnung geändert werden. Vertreter mehrerer Bundesländer haben sich inzwischen dafür ausgesprochen. Eine Grundsatzentscheidung soll am Montag aller Voraussicht nach auch in der Gesundheitsministerkonferenz fallen.

Ständige Impfkommission will keine Änderung der Impf-Reihenfolge

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bekräftigte ihr Nein zu einer Änderung ihrer Impf-Empfehlung. Bei der Priorisierung der Reihenfolge stehe nicht eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus im Vordergrund, sondern das Risiko, schwer zu erkranken, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens. Ob jemand schwer erkranke, hänge aber in erster Linie vom Alter ab, und dann von Vorerkrankungen.

Mertens verwies jedoch ausdrücklich darauf, dass die Politik von der Empfehlung der Stiko abweichen könne. Dies müsse dann allerdings gut begründet sein. Das Argument, dass in den Kitas schwieriger Abstand gehalten werden könne, sei zwar plausibel, aber nicht durch Daten belegt.

Impfungen in Altenheimen fortgeschritten

Spahn verwies darauf, dass zunächst die Menschen aus der Priorisierungsgruppe eins geimpft werden - zu der vor allem Bürgerinnen und Bürger über 80 gehören. All jenen könne voraussichtlich bis Ende März oder Anfang April ein Impfangebot gemacht werden. Den Pflegeheimbewohnern sei in den allermeisten Bundesländern bereits ein Angebot unterbreitet worden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet damit, dass bis März die Bewohner von Altenheimen gegen Corona geimpft sind. "Wir sind mit dem Impfen in Alten- und Pflegeheimen weitgehend durch", sagte er am Samstag bei einer Online-Veranstaltung der Christlich-Sozialen Arbeitnehmer (CSA). Er schätze, dass bis März die Zweitimpfungen "komplett abgeschlossen" seien.

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