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Was bringt uns 2021?

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    Grundrente, Spritpreise, Home-Office - Das ändert sich 2021

    Höhere Renten, Klimaschutzmaßnahmen, Kindergeld - auch jenseits des bestimmenden Themas Corona wird sich 2021 einiges für Verbraucher verändern. Unsere Vorschau auf das kommende Jahr.

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    • BR24 Redaktion

    So vieles stand vor einem Jahr im Kalender für 2020 - Olympische Spiele, 5G-schnelles Internet und der Aufreger Kassenbonpflicht. Corona machte einen Strich durch viele Rechnungen.

    Das dürfte auch im kommenden Jahr nicht viel anders ausschauen. Eine "Verzögerung" fürs Jahr 2021 steht schon fest: Der Start der neuen Grundrente am 1. Januar. Immerhin lässt sich anhand der geplanten Steuer- und Gesetzesänderungen abschätzen, wieviel mehr oder weniger jede(r) 2021 in der Tasche haben könnte. Hier unser Überblick:

    Die Grundrente kommt - verspätet

    Mitten in der Pandemie startet zum 1. Januar eine der größten Neuerungen des Rentensystems seit Jahren - die Grundrente für Rentner mit schmalen Bezügen, denen der Gang zum Sozialamt erspart werden soll. Rund 1,3 Millionen Menschen mit kleiner Rente bekommen einen Aufschlag. Es profitieren diejenigen, die mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflegetätigkeit aufweisen. Im Schnitt gibt es einen Zuschlag von 75 Euro.

    Trotz des festen Termins werden die rund 900.000 Frauen und 400.000 Männer, die den Aufschlag bekommen, noch monatelang nichts von dem Geld sehen: Die Grundrente startet zwar offiziell zum 1. Januar, die Auszahlung wird sich aber wegen des hohen Verwaltungsaufwands um mehrere Monate verzögern und dann rückwirkend erfolgen.

    Steuern: Soli adé

    Nach der Wende hat die Bundesregierung den Solidaritätszuschlag eingeführt, um den Ost-Aufbau zu fördern - obwohl das Geld nie zweckgebunden verwendet wurde. Für 90 Prozent der Steuerzahler ist der Soli ab 2021 Geschichte. Alleinstehende mit einem Jahreseinkommen bis 73.000 Euro brutto werden komplett befreit. Für Verheiratete gelten 151.000 Euro brutto als Obergrenze.

    Steuern: Pendler- versus Homeoffice-Pauschale

    Die Entfernungspauschale - auch Pendlerpauschale genannt - wird 2021erhöht. Ab dem 21. Kilometer erhalten Pendlerinnen und Pendler dann 35 statt bisher 30 Cent pro Kilometer. Für Beschäftigte, die neuerdings von zuhause aus arbeiten, entfällt diese Möglichkeit logischerweise. Dafür gibt es einen anderen Steuerbonus: Pro Homeoffice-Tag kann man fünf Euro geltend machen, maximal aber 600 Euro im Jahr. Das Besondere daran: Die Pauschale ist auch absetzbar, wenn man beispielsweise im Wohnzimmer oder am Küchentisch arbeitet. Sie zählt aber zu den Werbungskosten, daher profitieren nur diejenigen Steuerzahler davon, die über die ohnehin geltende Werbekostenpauschale von 1.000 Euro kommen.

    Auf der anderen Seite der Bilanz steht freilich das Auslaufen der Mehrwertsteuer-Reduzierung. Ab Januar gilt wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf die meisten Güter und 7 Prozent auf Waren des täglichen Bedarfs. Die Bundesregierung hatte die Steuer wegen der Corona-Pandemie für ein halbes Jahr gesenkt, damit die Menschen trotz der unsicheren Zeit weiter Geld ausgeben und die Konjunktur stützen.

    CO2-Preis mit sozialem Ausgleich

    Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen, gibt es ab 2021 einen nationalen CO2-Preis für die Bereiche Verkehr und Heizen. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zunächst 25 Euro zahlen. Nach und nach wird es mehr - wie es in der zweiten Hälfte der 20er-Jahre weitergeht, ist noch offen.

    Der Preis wird an die Kunden weitergegeben, laut Bundesregierung steigt der Literpreis bei Benzin um 7 Cent, bei Diesel und Heizöl um 7,9 Cent, Erdgas wird um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer. Zudem steigt die KFZ-Steuer für ab dem 1.1.2021 neu zugelassene Spritschlucker.

    Damit Menschen mit geringen Einkommen durch die CO2-Bepreisung nicht belastet werden, gibt es ab Januar die sogenannte CO2-Komponente beim Wohngeld. Die zu erwartenden Mehrkosten beim Heizen sollen durch einen Zuschlag ausgeglichen werden. Dessen Höhe richtet sich nach der Haushaltsgröße und dem Einkommen des Haushaltes.

    Kindergeld: 15 Euro mehr pro Kind

    Ab Januar steigt der staatliche Zuschuss für das erste und zweite Kind von 204 auf 219 Euro pro Monat, für das dritte Kind von 210 auf 225 Euro und ab dem vierten Kind von 235 auf 250 Euro. Auch der steuerliche Kinderfreibetrag wird um mehr als 500 Euro auf 8.388 Euro angehoben. Einen Anstieg gibt es auch beim Kinderzuschlag, eine Leistung zusätzlich zum Kindergeld für Familien mit geringem Einkommen. Der Maximalbetrag beim Kinderzuschlag wird von 185 auf 205 Euro im Monat erhöht.

    Kleines Plus bei Mindestlöhnen und Hartz IV

    Die Hartz-IV-Regelsätze steigen leicht. Ein alleinstehender Erwachsener bekommt künftig 446 Euro im Monat - 14 Euro mehr als bisher. Der Satz für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren steigt um 45 Euro auf 373 Euro, der für Kinder bis fünf Jahre um 33 auf dann 283 Euro. Für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren ist mit monatlich 309 Euro ein Plus von einem Euro vorgesehen.

    Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar von derzeit 9,35 Euro pro Stunde auf 9,50 Euro.

    Gegen die Plastikflut: Kein Picknick mit Einweg-Geschirr & Co.

    Die Ozeane gleichen an einigen Stellen nassen Mülldeponien, und auch das Problem mit Mikroplastik ist größer als bisher vermutet. Ab 3. Juli 2021 ist es daher in der ganzen EU eine Ordnungswidrigkeit, bestimmte Artikel aus Einwegplastik zu verkaufen – nämlich Besteck und Teller, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballon-Halter, Rührstäbchen etwa für den Kaffee sowie Styroporbecher und -behälter für Essen zum Mitnehmen. Ausfallen muss das Picknick jedoch nicht - zumindest nicht wegen des Plastikverbots: es gibt bereits Alternativen.

    Die Elektronische Patientenakte kommt

    Ab 1. Januar sollen allen Versicherten Elektronische Patientenakten zur freiwilligen Nutzung angeboten werden. Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) in mehreren Ausbaustufen zur Verfügung zu stellen. Die Versicherten haben nach Abschluss der ebenfalls am 1. Januar beginnenden Test- und Einführungsphase einen Anspruch darauf, dass Ärztinnen und Ärzte in die ePA Behandlungsdaten eintragen. Die Nutzung der ePA ist freiwillig. Der Versicherte entscheidet, welche Daten gespeichert oder wieder gelöscht werden. Er entscheidet auch in jedem Einzelfall, wer auf die elektronische Akte zugreifen darf.

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