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Grundeinkommen-Projekt: Ernüchterte Bilanz in Finnland | BR24

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Das bedingungslose Grundeinkommen wirkt sich positiv auf das psychische Wohlbefinden von Arbeitslosen aus, begünstigt aber nicht deren Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Forscher nach einem zweijährigen Pilotprojekt.

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Grundeinkommen-Projekt: Ernüchterte Bilanz in Finnland

Das bedingungslose Grundeinkommen wirkt sich positiv auf das psychische Wohlbefinden von Arbeitslosen aus, begünstigt aber nicht deren Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Forscher nach einem zweijährigen Pilotprojekt.

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Von
  • Carsten Schmiester

Für 2.000 Teilnehmer in Finnland, zufällig ausgewählte Arbeitslose im Alter zwischen 25 und 58 Jahren, hat der Ende 2018 ausgelaufene Versuch mit dem Grundeinkommen von 560 Euro monatlich - psychisch gesehen - etwas gebracht: Mehr Sicherheit, weniger Stress, weniger Depressionen.

Geringer Effekt auf Arbeitsmarkt

Der erhoffte Arbeitsmarkteffekt ist nach der abschließenden Auswertung des Projektes aber eher klein gewesen. Oder es hat ihn sogar nicht gegeben. Zwar gab es in Finnland hinterher weniger Arbeitslose, Forscher der Sozialversicherung Kela können aber nicht ausschließen, dass das unter anderem, wie es heißt, auch an "Aktivierungsmaßnahmen" lag, die vor allem für Nicht-Bezieher des Grundeinkommens galten.

Eher kein bedingungsloses Grundeinkommen in Finnland

Eine der entscheidenden Fragen ist damit unbeantwortet - und nun zeichnet sich ab, dass Finnland eher kein Grundeinkommen einführt, sondern das System der sozialen Sicherung nur vereinfacht; mehr mit Pauschalbeträgen für einzelne Empfängergruppen arbeitet, statt wie bisher jeden Fall individuell nach einem langen Kriterienkatalog buchstäblich "abzuarbeiten".

Und dass es finanzielle Sonderleistungen nur für Leute gibt, die auch aus eigenem Antrieb etwas für die Gemeinschaft tun. Entschieden werden soll das alles laut Sozialversicherung aber erst nach eingehender politischer Debatte, frühestens in acht Jahren.

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