BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Grüne entziehen Oberbürgermeister Palmer Unterstützung | BR24

© dpa-Bildfunk/ Christoph Soeder

Die Partei der Grünen hat dem Tübinger OB Boris Palmer jegliche Unterstützung entzogen.

Per Mail sharen

    Grüne entziehen Oberbürgermeister Palmer Unterstützung

    Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat erst kürzlich mit einer Aussage zum Umgang in der Coronakrise für Empörung gesorgt. Nun reagierte die Parteispitze der Grünen: Sie entzog ihm jegliche Unterstützung für anstehende Parteitätigkeiten.

    Per Mail sharen

    Die Grünen haben sich von ihrem Parteimitglied, dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, deutlich distanziert. Wie Grünen-Chefin Annalena Baerbock am Montag mitteilte, werde Palmer bei einer möglichen Wiederwahl in Tübingen im Jahr 2022 weder finanzielle noch logistische Hilfe der Partei erhalten.

    Landesvorstand wird zu dem Thema beraten

    Wie Baerbock erklärte, habe sich Palmer in "unschöner Regelmäßigkeit" bewusst immer wieder provokativ gegen die Werte der Partei gestellt. "Häufig, indem er Menschen ausgrenzt", kritisierte die Grünen-Chefin weiter. Aus diesem Grund wird der baden-württembergische Landesvorstand am 8. Mai zu dem Thema tagen. Außerdem wollen der Bundesverband und Landesvorstand gemeinsam weitere Sanktionen prüfen.

    Grünen-Vorsitzender Robert Habeck äußerte sich bereits am Sonntag in der ARD und bezeichnete Palmers Aussagen als "herzlos" und "falsch". Weiter erklärte er, seine Geduld mit dem Tübinger sei "wirklich erschöpft".

    Palmer reagiert ruhig auf Ankündigung seiner Partei

    Palmer selbst zeigte sich gelassen zu der Entscheidung der Parteispitze: "Die Kandidatenfindung für die Tübinger OB-Wahl kann noch eine Weile warten", erklärte der Amtsinhaber. "Dann ist genug Zeit, das in Ruhe zu besprechen".

    Grund für die verkündeten Konsequenzen der Partei war eine Aussage des 47-Jährigen über die Behandlung hochbetagter Corona-Patienten."Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären", sagte der Tübinger OB letzten Dienstag im Sat.1-Frühstücksfernsehen. Zwar entschuldigte er sich für seine Äußerungen, betonte allerdings auch immer wieder, dass er sich falsch dargestellt fühle.

    Grünenmitglieder forderten Parteiausschluss

    Wie auch schon vor einem Jahr hatten sich Grünen-Mitglieder daraufhin für einen Parteiausschluss Palmers ausgesprochen. Damals legte er sich nachts auf der Straße wegen vermeintlicher Ruhestörung mit einem Studenten an, bezeichnete Parteikollegen als "Meinungstyrannen" und störte sich an dunkelhäutigen Werbeträgern für die Deutsche Bahn.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!