Bild

Grüne wählen Keller und Giegold zu Europa-Spitzenkandidaten
© dpa-Bildfunk/Jan Woitas

Autoren

Günter Mayr-Eisinger
© dpa-Bildfunk/Jan Woitas

Grüne wählen Keller und Giegold zu Europa-Spitzenkandidaten

Die 36-jährige Keller und der zwölf Jahre ältere Giegold sitzen schon jetzt im Europaparlament. Keller ist seit knapp zwei Jahren Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen in Straßburg und Brüssel. Sie rief in ihrer Bewerbungsrede vor den rund 800 Delegierten in Leipzig zu einem entschlossenen Kampf gegen Rechtspopulisten auf. Das Europa der Demokratie und der Menschenrechte sei bedroht.

"Die Rechtsnationalen wollen Europa zerstören." Grünen-Spitzenkandidatin Ska Keller

Im Entwurf für das Wahlprogramm wird die Europawahl im kommenden Mai als "Richtungswahl" bezeichnet.

Finanzexperte Giegold will neues Steuerrecht für internationale Konzerne

Giegold, Mitbegründer der globalisierungskritischen Attac-Bewegung in Deutschland und Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament, wandte sich strikt gegen Zweifel an der EU: Deutschland sei nicht Opfer, sondern immer Gewinner der europäischen Einigung. Einen Schwerpunkt will der Finanzexperte künftig auf die Steuerpolitik legen:

"Ich werde nicht Ruhe geben, bevor nicht Steuern da bezahlt werden, wo sie erwirtschaftet wurden." Grünen-Spitzenkandidat Sven Giegold

Konkret verlangen die Grünen einen "CO2-Mindestpreis" für Industrieanlagen und eine Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte. Die Grünen wollen die EU zudem zu einem "Garanten sozialer Rechte" machen.

Keller soll auch wieder Spitzenkandidatin der europäischen Grünen werden

Nach dem Willen der deutschen Grünen soll Keller auch - wie schon 2014 - Spitzenkandidatin der europäischen Grünen werden. Sie wäre damit sozusagen das Gegenstück zum CSU-Politiker Manfred Weber, der für den konservativen Parteienbund EVP zum Spitzenkandidaten nominiert wurde. Die Entscheidung darüber wird in zwei Wochen in Berlin fallen.

Autoren

Günter Mayr-Eisinger

Sendung

B5 aktuell vom 10.11.2018 - 13:30 Uhr