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Grüne Woche: Zehntausende Demonstranten fordern eine Agrarwende | BR24

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In Berlin haben hunderte Menschen für mehr Tier- und Naturschutz in der modernen Landwirtschaft demonstriert. Fritz Haspelt ist dafür extra aus der Region Ansbach mit dem Traktor in die Hauptstadt gefahren.

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Grüne Woche: Zehntausende Demonstranten fordern eine Agrarwende

Die EU pumpt jedes Jahr Milliarden in die Landwirtschaft. Kritiker sagen, dass dabei zu viel Geld an industrielle Großbetriebe gehe. Sie fordern eine Wende in der Agrarpolitik. Zehntausende Demonstranten haben sich dieser Forderung angeschlossen.

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Anlässlich der "Grünen Woche" protestierten mehrere zehntausend Verbraucher und Landwirte für eine umweltfreundliche Landwirtschaft. Mit dabei rund 170 Traktoren, die über die Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor rollten. Darunter auch einer aus Poppenbach in Mittelfranken. Der bayerische Landwirt Fritz Haspel war damit extra nach Berlin gereist.

Förderpolitik der EU umstellen

Fritz Haspel betreibt einen konventionellen Ackerbaubetrieb mit 25 Hektar. Aus seiner Sicht müssten Landwirte gefördert werden, die ihre Äcker umweltfreundlich bewirtschaften. "Ich mache meinen Getreideanbau zum Beispiel seit sechs Jahren ohne Pestizide", sagt der Landwirt. Mindererträge, die dadurch entstünden, bekomme er aber nicht durch eine höhere Förderung erstattet.

Derzeit bekommen vor allem große Betriebe viel Geld von der EU, weil die Fläche das wichtigste Vergabekriterium ist. Die Demonstranten wollen, dass die Bundesregierung sich dafür einsetzt, das zu ändern. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), fordert, dass Landwirte, die Leistungen für die Natur, für das Klima und für die Erhaltung bäuerlicher Strukturen im ländlichen Raum erbringen, dafür honoriert werden müssten.

Tierwohl-Label: verbindlich und nicht freiwillig

Eine weitere Forderung der Demonstranten: Sie wollen, dass die Bundeslandwirtschaftsministerin ein verbindliches Tierwohl-Label einführt und keines auf freiwilliger Basis – wie bisher geplant. Damit die Verbraucher wirklich wissen, was sie kaufen. Hubert Weiger vom BUND sieht auch die Verbraucher in der Pflicht, sich für artgerecht produzierte Lebensmittel zu entscheiden und dafür auch höhere Preise zu bezahlen. "Die Geiz ist geil"-Mentalität macht aus Sicht des BUND-Vorsitzenden aus Lebensmitteln "Ramschware".

Protestnote an die Agrarministerkonferenz

Zum Auftakt des Protesttages übergab eine Gruppe von Demonstranten den Teilnehmern der parallel zur "Grünen Messe" stattfindenden internationalen Agrarministerkonferenz am Auswärtigen Amt eine Protestnote. Sie fordern darin eine "enkeltaugliche Agrarpolitik", eine nachhaltige Landwirtschaft und einen Stopp der industriellen Lebensmittelproduktion. Die Protestnote wird von etwa 100 Organisationen unterstützt. Darunter sind Landwirtschaftsverbände, Umwelt-, Tierschutz- und entwicklungspolitische Organisationen.

Bundeslandwirtschaftsministerin schickt ihren Staatssekretär

Das Bündnis fordert, die 60 Milliarden Euro an jährlichen EU-Agrarfördergeldern künftig anders zu verteilen. Vor allem Großbetriebe würden von den Subventionen profitieren. Allein in Deutschland würden jedes Jahr 6,3 Milliarden Euro an landwirtschaftliche Betriebe ausgezahlt, mehr als drei Viertel davon als pauschale Subventionen je Hektar Fläche, kritisierte das Bündnis. Die Demonstranten hätten gerne mit der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gesprochen. Doch die schickte nur einen Staatssekretär. Landwirt Fritz Haspel aus Mittelfranken will weiter Druck auf die Politik ausüben und sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen.

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Angeführt von Traktoren haben mehrere zehntausend Menschen eine Wende zu mehr Umwelt- und Tierschutz in der Landwirtschaft verlangt.

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B5 Nachrichten

Von
  • Nadine Bader
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