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Grüne Woche: Agrarmesse öffnet heute ihre Tore in Berlin | BR24

© BR/Johannes Frewel

Berührungspunkte von Landwirtschaft und Verbrauchern im Alltag sind meist rar. Das Interesse scheint dennoch groß. Auf der "Grünen Woche" in Berlin treffen beide Seiten zusammen - zwischen Landwirtschaftskitsch und Fragen zur wahren Landwirtschaft.

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Grüne Woche: Agrarmesse öffnet heute ihre Tore in Berlin

Berührungspunkte von Landwirtschaft und Verbrauchern im Alltag sind meist rar. Das Interesse scheint dennoch groß. Auf der "Grünen Woche" in Berlin treffen beide Seiten zusammen - zwischen Landwirtschaftskitsch und Fragen zur wahren Landwirtschaft.

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Ab Freitag ist die Grüne Woche für alle geöffnet. Und die Besucher kommen, auch die Bundeskanzlerin. Vergangenes Jahr zog die Messe rund 400.000 Freizeit- und Fachbesucher an. 1750 Aussteller aus 61 Ländern. Donnerstagabend wurde die 84. Grüne Woche eröffnet. An vielen Ständen gibt es Probierhäppchen, nationale und internationale Spezialitäten, diesmal mit Fokus auf das Partnerland Finnland. Und Bayern ist wieder in einer eigenen Halle vertreten. Auf 2300 Quadratmetern präsentiert sich der Freistaat so, wie man sich Bayern im Rest der Welt wohl vorstellt: Schuhplattler, Blasmusik, Weißwurst, Bier.

Schnelles Internet dringend gesucht

Es geht auch um die Frage, wie Landwirtschaft abseits des schönen Bildes funktioniert. Vor allem bei den Fachbesuchern und Ausstellern, von denen viele den berühmt gewordenen Satz von Forschungsministerin Anja Karliczek, es brauche nicht an jeder Milchkanne 5G, nicht unterschreiben würden. Schnelles Internet müsse auch auf den Dörfern verfügbar sein, hatte Bauernpräsident Rukwied angemahnt. Auch auf Äckern und in Wäldern, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU.

Von einer digitalisierten Landwirtschaft verspricht sich die Branche, effizienter und ressourcenschonender zu produzieren. Zum Beispiel durch punktgenauen Einsatz von Dünger oder Pestiziden.

Dialog zwischen Landwirt und Besucher

Über Landwirtschaft reden, Fragen stellen und sehen, was konventionelle Landwirtschaft bedeutet. Das sollen Besucher bei den 100 sogenannten Agrar-Scouts, die alle selbst Landwirte sind. Zum Dialog hatte auch Agrarministerin Klöckner aufgerufen. Bauern müssten mit den Verbrauchern reden, dürften aber auch nicht als "Buhmann der Nation“ dargestellt werden. Mit den Agrar-Scouts will die Branche laut Messe-Information zeigen, dass sie "offen und selbstkritisch" ist. Und das ganze vor der Kulisse des "Erlebnisbauernhofs", auf dem es echte Tiere unterm Hallendach gibt.

Staatliches Tierwohllabel wird konkret

Diesmal geht es auch konkret um das staatliche Tierwohllabel. Was schon unter Landwirtschaftsministerin Klöckners Vorgänger Schmidt, CSU, Dauerthema war, hat Klöckner jetzt auf den Weg gebracht. Das dreistufige Kennzeichen soll ab 2020 zunächst für Schweinefleisch gelten. Im Gegensatz zu Kennzeichnung, die der Handel teils schon anbietet soll es nicht den Ist-Zustand abbilden. Klöckner will, dass bereits die erste Stufe des Labels höhere Standards kennzeichnet als die gesetzlich vorgeschriebenen.

Bessere Haltung macht das Fleisch teurer

Zur Ehrlichkeit gehöre aber, dass bei Kosten für mehr Tierwohl auch die Verbraucher gefordert seien, sagte Klöckner mit Blick auf die Preise. Der vor kurzem vorgestellte Ernährungsreport des Landwirtschaftsministeriums hatte gezeigt: 81 Prozent wünschen sich ein staatliches Tierwohllabel. Für Bauernpräsident Joachim Ruckwied ist klar, dass Bauern, die in das Wohl der Tiere investierten mehr Geld bekommen müssten. Er warnte aber, dass das Label durch höhere Standards nicht in eine Nische wandern dürfte.

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In Berlin wurde heute die Grüne Woche eröffnet