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Ministerpräsidenten Kretschmann

Die Führung der Grünen hat den Vorstoß von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu kriminellen Flüchtlingsgruppen in der Sache begrüßt, seine Wortwahl aber kritisiert. "Ich hätte es anders formuliert, aber in der Sache unterstreicht Kretschmann das, wofür wir Grünen lange streiten", sagte Parteichefin Annalena Baerbock. "Rein gar nichts" könne Gewalt gegen Frauen rechtfertigen, auch keine traumatische Fluchterfahrung.

Kretschmann will "junge Männerhorden" von Städten fernhalten

Der grüne Ministerpräsident hatte sich dafür ausgesprochen, künftig "junge Männerhorden" unter den Flüchtlingen aus Sicherheitsgründen von Großstädten fernzuhalten. "Man muss sie trennen und wahrscheinlich auch schauen, dass man solche Leute aus den Großstädten rausnimmt", sagte Kretschmann der "Heilbronner Stimme" und dem "Mannheimer Morgen". "Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden."

"Radikale Sprache"

"Das ist nicht unsere Sprache", sagte Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Rande des Grünen-Parteitags in Leipzig. Diese "radikale Sprache" kenne er auch von Kretschmann nicht. Kellner betonte allerdings auch, Kretschmann bestätige mit seinen Äußerungen das Nein der Grünen zu den von der Bundesregierung geplanten Ankerzentren, in denen Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive ihr gesamtes Asylverfahren durchlaufen sollen.

Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, kritisierte Kretschmanns Wortwahl ebenfalls. "Man sollte gerade bei heiklen Themen auf seine Sprache achten", sagte er dem Sender Phoenix. "Ich finde die Sprache zwar problematisch, aber Winfried Kretschmann bringt es auf den Punkt, warum die Ankerzentren von Innenminister Seehofer und CDU/CSU nicht nur inhuman sind, sondern zu einem Sicherheitsproblem führen."