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Grüne fordern Allianz der Autoregionen | BR24

© picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert

Der Autoindustrie geht es nicht erst seit Corona schlecht. Absatzzahlen brechen ein. Davon besonders betroffen: Die Zulieferindustrie.

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    Grüne fordern Allianz der Autoregionen

    Sinkende Absatzzahlen, Strukturwandel, der Dieselskandal. Die Autoindustrie schwächelt nicht erst seit Corona. Besonders betroffen: Die Zulieferindustrie. Um die kümmert sich die Bundesregierung zu wenig, finden die Grünen.

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    Verkehrs- und Klimaexperten der Grünen fordern eine "Allianz der Autoregionen". Das Papier liegt dem BR vor. Bundestagsabgeordnete Lisa Badum aus Bamberg blickt dabei mit Sorge auf die Zulieferer in ihrer Region. Schaeffler zum Beispiel und andere Zulieferer bauen Stellen ab. Menschen verlieren ihre Jobs. Und die Regierung höre nicht zu, kritisiert sie. "Die Zulieferer in den Regionen werden zwischen Konzernbossen und Bundesregierung einfach zerrieben, dabei sind genau dort die meisten Arbeitsplätze in der Autobranche betroffen", sagt Badum.

    Autogipfel soll regionaler werden

    Badum kritisiert dabei ein Forum mit Politik und Autoindustrie, das bereits existiert. Die konzertierte Aktion Mobilität. Oder besser: Der Autogipfel im Kanzleramt. Alle paar Monate lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Vertreter der Automobilwirtschaft, die Ministerpräsidenten der Autoländer sowie Gewerkschaftsvertreter ein. Wichtige Weichen für die Transformation der Automobilität sollen hier gestellt werden. Nach Badums Ansicht kommen kleinere Unternehmen, die massiv von Wohl und Wehe der Autoindustrie abhängen, aber viel zu kurz. "Die Menschen in den Autoregionen werden mit der riesigen Branchenumwälzung einfach allein gelassen, das ist sozial unverantwortlich und bremst E-Mobilität und damit Klimaschutz brutal aus."

    Punktueller Zusammenschluss der Autoländer

    Im September beim letzten Autogipfel im Kanzleramt ging es heiß her. Den Anfang machte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im ARD-Mittagsmagazin, gefolgt von TV- und Radio-Auftritten von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. Eine Prämie für neuere Diesel und Benziner, forderten sie. Unterstützung kam prompt aus Niedersachsen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprang bei.

    Das ist ganz typisch. Geht es ums Auto, finden sich schnell die Länderchefs der Auto-Länder zusammen: Markus Söder von der CSU (BMW in München, Audi in Ingolstadt), Stephan Weil von der SPD (VW in Wolfsburg) und oft dabei ist auch Winfried Kretschmann, der Grünen-Ministerpräsident (Daimler und Porsche in Stuttgart).

    Zulieferer sollen besser gehört werden

    Dieser Zusammenschluss sei aber nur punktuell und so schnell wie der Schulterschluss da ist, so schnell war es das auch wieder, kritisiert die fränkische Bundestagsabgeordnete Lisa Badum. "Das wird dem Transformationsdruck nicht gerecht und lässt Branchen, Länder und Beschäftigte am langen Arm verhungern", so Badum. Die Allianz der Autoregionen könnte die Probleme strukturell stattdessen ernst nehmen und gemeinsam bekämpfen. Ein verstetigtes Forum, fordert sie. Regionale Arbeitgeber, die vielleicht nicht die Big Player seien wie Volkswagen oder BMW, könnten hier besser gehört werden.

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