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Grüne fordern 250-Euro-Einkaufsgutschein für lokale Geschäfte | BR24

© dpa-Bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Schaufensterpuppen stehen in einem geschlossenen Bekleidungsgeschäft in Berlin (Archivbild)

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Grüne fordern 250-Euro-Einkaufsgutschein für lokale Geschäfte

Um dem hart von der Coronakrise getroffenen Einzelhandel wieder auf die Beine zu helfen, wollen die Grünen Einkaufsgutscheine für alle in Deutschland wohnhaften Bürger ausgeben. Damit soll den Geschäften vor Ort geholfen werden.

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Die Grünen-Fraktion im Bundestag setzt für die Unterstützung des Einzelhandels in der Coronakrise auf Gutscheine für alle. Als Teil eines "Fonds zur Rettung der Innenstädte" solle jeder Bürger einen "Kauf-vor-Ort-Gutschein" in Höhe von 250 Euro bekommen, heißt es in einem Konzeptpapier prominenter Abgeordneter. Bei 83,2 Millionen Einwohnern würde dies rund 21 Milliarden Euro Hilfen für den Einzelhandel bedeuten.

Es müsse verhindert werden, dass kleine Geschäfte wegen der Krise aufgeben müssten und den Online-Riesen das Feld überließen. "Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, dies jetzt umzusetzen", sagte dazu der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter.

Gutscheine sollen nur vor Ort, nicht online eingelöst werden

In dem am Samstag veröffentlichten Papier der Grünen-Abgeordneten heißt es, der Gutschein "kann nur im stationären Handel, für stationäre Dienstleistungen oder in der Gastronomie eingelöst werden".

Die 250 Euro sollen nur in Geschäften ausgegeben werden können, "die vom Shutdown betroffen waren". Eine Verwendung im Online-Handel wird ausgeschlossen.

Konzept gegen "Verödung der Innenstädte"

Um eine "Verödung der Innenstädte" zu vermeiden, sollen dem Konzept zufolge außerdem die Zuschüsse vom Bund zu den Betriebskosten ausgeweitet werden. Mit 500 Millionen Euro soll zudem "die Infrastruktur von Ortskernen und Stadtzentren" verbessert werden.

Gefordert wird schließlich noch ein "Konjunkturprogramm zur Digitalisierung der Regionen". Dieses soll "den Auf- und Ausbau digitaler regionaler Plattformen unterstützen, um den lokalen Handel zu stärken".

Das Konzeptpapier wurde unter anderem von Fraktionschef Hofreiter und seinem Vize Oliver Krischer unterzeichnet. Zu den weiteren Autoren gehören die Grünen-Wirtschaftsexpertinnen Katharina Dröge und Claudia Müller sowie die Sprecherin für Stadtentwicklung, Daniela Wagner.

Gutscheine ausgeben, wenn Infektionsrisiko geringer

Damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig in die Läden gingen, sollten die Gutscheine erst dann ausgegeben werden, wenn es die Gesundheitslage zulässt.

Die Bundesregierung müsse die Ausgabe der Gutscheine aber jetzt schon vorbereiten, erklärte Anton Hofreiter.

© BR

Zur Unterstützung des Einzelhandels in der Coronakrise fordern die Grünen Konsumgutscheine für jeden Bürger in Höhe von 250 Euro.

Handelsverband überzeugt

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hält Konsumgutscheine für eine gute Möglichkeit, den Geschäften vor Ort zu helfen.

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser sagte der "Welt" vom Samstag mit Blick auf eine mögliche Kaufprämie für Autos: "Generell sind wir gegen Hilfen nach dem Gießkannenprinzip, aber wir sind auch gegen einseitige Unterstützung für ausgesuchte Wirtschaftszweige." Wenn über Abwrackprämien diskutiert werde, "dann muss logischerweise auch über Konsumgutscheine nachgedacht werden".

Sanktjohanser sprach sich außerdem für eine zeitweise Abkehr vom Verbot der Sonntagsöffnung aus. Nötig sei eine "Corona-Verordnung, die uns die Sonntagsöffnung ohne Anlassbezug erlaubt".

CDU: Wiedereröffnung der Gastronomie vorbereiten

Unterdessen plädierte der Wirtschaftsrat der CDU dafür, die Wiedereröffnung der Gastronomie vorzubereiten. Der Branche solle "sobald wie möglich ein Öffnungspfad mit klaren und vor allem bundesweit einheitlichen Regeln und Kriterien aufgezeigt werden", sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Wenn Abstandsregeln, Höchstgastzahlen im Außen- wie Innenbereich und gegebenenfalls auch reduzierte Geschäftszeiten vorgeschrieben werden, sollte einer behutsamen Lockerung der Beschränkungen im Gastronomiegewerbe nichts im Wege stehen", so Steiger.

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