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Ein Jahr nach dem Höhlen-Drama von Thailand | BR24

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Ein Jahr nach dem Höhlenunglück in der Tham-Luang-Höhle kehrten die Geretteten nun an den Ort ihres Unglücks zurück. Dort dankten sie den Göttern und gedachten dem bei der Rettung getöteten Rettungstaucher.

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Ein Jahr nach dem Höhlen-Drama von Thailand

Das Schicksal der zwölf Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren, die bei einem Ausflug am 23. Juni 2018 mit ihrem Fußballtrainer von einer Überschwemmung überrascht wurden, hatte Menschen weltweit bewegt. Jetzt jährt sich die Katastrophe in Thailand.

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Vor dem Unglück war Mae Sai eine ruhiger Ort, fernab von den Touristenrouten. Seit der Rettung, die Menschen auf der ganzen Welt in Atem hielt, wird er von thailändischen und ausländischen Touristen überrannt. Zwischen Oktober und April seien es 1,3 Millionen Besucher gewesen, sagt Kawee Prasomphol, zuständig für das neue Besucherzentrum hundert Meter vom Höhleneingang entfernt.

Kleinbusse karren immer neue Touristengruppen herbei. Ein Wandbild mit dem Titel "Die Helden" zeigt die jungen Fußballer, Regierungschef Prayut Chan-O-Cha und den bei der Rettungsaktion ums Leben gekommene Taucher Saman Kunan. Touristen machen Selfies, kaufen Poster mit der Fußballmannschaft und T-Shirts mit dem Porträt Kunans.

Touristen-Zentrum mit Hotels geplant

Doch bei dem Besucherzentrum soll es nicht bleiben. Die Regierung habe Großes vor, sagt Kawee. Für 50 Millionen Bath (fast 1,5 Millionen Euro) sollen ein Einkaufszentrum, Restaurants, Hotels und mehrere Campingplätze gebaut werden.

Ganz in der Nähe haben Lotterie-Verkäufer ihre Stände aufgebaut. Früher waren es einige wenige, nun sind es um die 250. Sie spekulieren darauf, dass die Besucher am Ort der glücklichen Rettung besonders gerne Lose fürs Glücksspiel kaufen. Der 60 Jahre alte Kraingkrai Kamsuwan ist mit seiner Bude bereits wenige Wochen nach der Rettung hierher gezogen. 4.000 Lose verkauft er im Monat. Wenn erst die Höhle wieder eröffnet sei, werden es noch mehr, hofft er.

"Das ist normal, dass die Leute Profit daraus schlagen wollen", sagt Cheong, eine Touristin aus Singapur. "Aber der Ort muss auch seine spirituelle Seite bewahren. Schließlich ist hier ein Wunder geschehen."