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Große Explosion in Beirut: Opferzahl steigt auf rund 100 Tote | BR24

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In der libanesischen Hauptstadt Beirut hat sich eine gewaltige Explosion mit Dutzenden Toten und Tausenden Verletzten ereignet. Über der Stadt stieg am Abend eine riesige Rauchwolke auf. Große Teile des Hafens wurden vollständig zerstört.

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Große Explosion in Beirut: Opferzahl steigt auf rund 100 Tote

Nach den Explosionen im Hafen von Beirut ist die Opferzahl weiter gestiegen. Das Rote Kreuz spricht jetzt von mindestens 100 Toten und mehr als 4.000 Verletzten. Ausgangspunkt des Unglücks war offenbar ein Ammoniumnitrat-Lager.

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Eine gewaltige Explosion hat die libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert. Das Rote Kreuz spricht inzwischen von mindestens 100 Toten und 4.000 Verletzten, darunter sollen nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch Mitarbeiter der deutschen Botschaft sein.

Die Detonation ereignete sich am Hafen, richtete aber noch in mehreren Kilometern Entfernung Zerstörungen an. Die Wucht der Explosion ließ in der Innenstadt Fenster bersten und drückte Türen ein. In den Straßen waren ausgebrannte Autos zu sehen. Dichter Rauch stieg über Beirut auf.

Augenzeugen zufolge hatte es zuerst eine kleinere Explosion gegeben, dann kam es zu der riesigen Detonation. Die Armee half, Verletzte in Kliniken zu bringen. Vor dem Clemenceau-Krankenhaus warteten dutzende Verletzte auf Einlass, darunter mehrere Kinder. Bürger wurden aufgerufen, Blut zu spenden. Kurz nach der Explosion fielen Telefon und Internet in der Stadt aus.

Ursache für Explosion in Beirut war offenbar Ammoniumnitrat

Örtliche Fernsehsender berichteten, die Explosion habe sich in einem Bereich ereignet, in dem Feuerwerkskörper gelagert wurden. Die Behörden vor Ort gehen inzwischen davon aus, dass im Hafen gelagertes explosives Ammoniumnitrat die Ursache des Unglücks war. Die Substanz kann zur Herstellung von Sprengsätzen dienen, wird aber vor allem für Düngemittel verwendet. Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es nicht.

Büro der Hilfsorganisation Orienthelfer zerstört

Bei der Explosion wurde auch das Büro der Hilfsorganisation Orienthelfer zerstört und eine deutsche Mitarbeiterin leicht verletzt. Das teilte der Gründer von Orienthelfer, der Kabarettist Christian Springer, dem BR mit. Der Hafen, wo sich die Explosion ereignete, liege in Sichtweite des Büros. Die Mitarbeiterin habe sich glücklicherweise im zweiten Stock im vom Hafen abgewandten Gebäudeteil befunden. Sämtliche Fenster und teilweise Inventar der Hilfsorganisation seien zerstört. Die Zerstörung treffe seine Organisation hart, sagte Springer.

Libanon steckt in schwerer Krise

Zuvor hatten Protestierende aus Wut über Stromabschaltungen versucht, das Energieministerium zu stürmen. Vor dem Gebäude kam es am Dienstag zu Rangeleien mit Einsatzkräften und die Demonstranten kündigten eine Sitzblockade an.

Der Libanon steckt in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, sie ist die größte Gefahr für die Sicherheitslage im Land seit Ende des Bürgerkriegs 1990. Zudem kam es zuletzt an der Südgrenze des Landes zu wachsenden Spannungen zwischen der militanten Hisbollah-Miliz und Israel.

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