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Großbritannien verschärft Einwanderungsregeln | BR24

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Großbritannien will nach der Brexit-Übergangsphase weniger gering qualifizierte Arbeitskräfte ins Land holen. Das sieht ein Konzept vor, das die Regierung heute in London vorgelegt hat. Dadurch sollen die Einwanderungszahlen deutlich sinken.

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Großbritannien verschärft Einwanderungsregeln

Großbritannien will nach der Brexit-Übergangsphase weniger gering qualifizierte Arbeitskräfte ins Land holen. Das sieht ein Konzept vor, das die Regierung heute in London vorgelegt hat. Dadurch sollen die Einwanderungszahlen deutlich sinken.

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  • Andre Seifert
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Pläne für neues Einwanderungssystem in Großbritannien

Schon am Ende des Jahres will Großbritannien die Tür für Billig-Arbeitskräfte schließen. Nach den Plänen des britischen Innenministeriums soll dann ein neues Einwanderungsgesetz in Kraft treten, dass die bisher geltende EU-Freizügigkeitsregelung ablöst. Innenministerin Priti Patel sprach von einem bedeutenden Moment in der Einwanderungspolitik: "Das erste Mal seit Jahrzehnten wird die Regierung die Kontrolle über die Einwanderung zurückgewinnen. Die Regierung wird nach dem EU-Austritt ein eigenes Einwanderungssystem auf die Beine stellen. Das heißt, wir werden die Einwanderungszahlen verringern."

Punktesystem wie Australien oder Kanada

Dafür soll ähnlich wie zum Beispiel in Kanada oder Australien ein Punktesystem eingeführt werden. Wer ins Land will muss demnach gut Englisch sprechen, ein Stellenangebot vorweisen können, entweder gut qualifiziert sein oder einen dringend gesuchten Jobs ausüben, z.B. in der Krankenpflege. Für gutes Englisch gibt es zum Beispiel 10 Punkte – ab insgesamt 70 Punkten wird die Einreise erlaubt.

Kritik an den Plänen kommt aus der Opposition: Diane Abbot von der Labour-Partei befürchtet einen steigenden Personalmangel: "Wenn sie z.B. Sozialbereich anschauen, dort wird es für Unternehmen sehr schwer Arbeiter zu finden. Vor allem in London und im Südwesten des Landes."

Sorgen der Britischen Wirtschaft

Auch die britische Wirtschaft sorgt sich. Der Chef der Handelskammer, Adam Marshall, sagte Unternehmen bräuchten auch in Zukunft ausländische Arbeitskräfte, sowohl gering als auch hoch qualifizierte. Innenministerin Priti Patel wies die Kritik zurück: "Wenn ein Unternehmen einen Arbeiter einstellen will, zum Beispiel einen Bauarbeiter, dann wird der natürlich nach wie vor ins Land kommen können. Es ist lächerlich, zu unterstellen, wir würden die Grenzten komplett dicht machen."

Wer zurzeit in Großbritannien arbeiten darf, der darf das auch in Zukunft tun, darauf hatte sich die Regierung in London mit der EU geeinigt. Experten schätzen aber, dass rund 70 Prozent der Arbeiter, die noch unter den alten Bedingungen aus der EU nach Großbritannien kamen, in Zukunft nicht mehr Einreisen dürften .