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Großbritannien: Gericht ordnet Abtreibung an | BR24

© picture alliance/Ulrich Baumgarten

Großbritannien: Gericht ordnet Abtreibung an

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    Großbritannien: Gericht ordnet Abtreibung an

    Ein Gerichtsurteil in Großbritannien soll eine Schwangere mit geistiger Behinderung zur Abtreibung zwingen. Eine Pflege durch die Großmutter oder eine Adoption lehnte die zuständige Richterin ab. Die Kirche kritisiert das Urteil.

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    Ein Gerichtsurteil in Großbritannien soll eine Schwangere mit geistiger Behinderung zur Abtreibung zwingen. "Eine Frau gegen ihren Willen und den ihrer nächsten Familie zur Abtreibung zu zwingen, verletzt ihre Menschenrechte, ganz zu schweigen vom Lebensrecht des ungeborenen Kindes in einer Familie, die angekündigt hatte, für dieses Kind sorgen zu wollen", erklärte der für Lebensschutzfragen zuständige Weihbischof John Sherrington am Montag im Namen der Bischöfe von England und Wales.

    Zwangsabtreibung: Kirche kritisiert Urteil

    Er sprach von einer "traurigen und niederschmetternden Entscheidung für die ganze Familie". Das Urteil werfe tiefe Fragen auf, nach wessen "bestem Interesse" es sich richte, so der Weihbischof der Erzdiözese Westminster.

    Gericht entscheidet über Schwangerschaftsabbruch

    Ein Gericht für die Angelegenheiten Schutzbefohlener hatte am Freitag in London entschieden, dass die Schwangerschaft der geistig zurückgebliebenen Frau, die bei ihrer Mutter wohnt, abzubrechen sei. Laut britischen Medienberichten ist die Frau in den Zwanzigern, jedoch auf dem mentalen Stand einer Neunjährigen. Sie befinde sich in der 22. Schwangerschaftswoche. Wer der Vater ist, ist offenbar unklar. Die Polizei untersuche den Fall.

    Großmutter will sich um das Baby kümmern

    Den Berichten zufolge hat die Mutter der Schwangeren angeboten, sich nach der Geburt um das Baby zu kümmern. Richterin Justice Lieven lehnte dies mit der Begründung ab, dafür müsse die leibliche Mutter aufgrund ihres Zustands die Wohnung verlassen. Diese wünsche sich das Baby so wie sich Kinder eine Puppe wünschten, so ihre Einschätzung.

    Richterin lehnt Adoption wegen Traumarisiko ab

    Auch eine Adoption lehnte die Richterin ab. Denn das Kind wegzugeben berge für die Mutter ein größeres Traumarisiko als eine Abtreibung.