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Wer zu billig vermietet, zahlt bei der Steuer drauf. Denn durch niedrige Mieten sollen keine Steuervorteile entstehen. Das bedeutet aber, dass Vermieter, die auf Mieterhöhungen verzichten, bestraft werden. Dies soll sich nach BR-Informationen ändern.

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Groko einigt sich auf Steuerentlastung für "nette" Vermieter

Wer zu billig vermietet, zahlt bei der Steuer drauf. Denn durch niedrige Mieten sollen keine Steuervorteile entstehen. Das bedeutet aber, dass Vermieter, die auf Mieterhöhungen verzichten, bestraft werden. Dies soll sich nach BR-Informationen ändern.

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Von
  • Tobias Betz

Im Grunde ist es ein Steuerentlastung für "nette" Vermieter. Für die Steuererklärung 2021 werden soziale Vermieter ihre Kosten wie Instandhaltungen auch dann voll absetzen können, wenn sie billig vermieten – nämlich bis zu 50 Prozent des Mietspiegels. Darauf hat sich die Große Koalition geeinigt, die entsprechende Vorlage liegt dem Bayerischen Rundfunk vor. Bisher lag die Grenze deutlich höher, nämlich bei 66 Prozent der ortsüblichen Miete.

Anlass war ein Fall in München

Der Münchner Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger von der CSU hatte diese steuerliche Entlastung angestoßen. Es gehe letztlich darum, "moderate Vermieter nicht dafür zu bestrafen, weil sie auf mögliche Mieterhöhungen verzichten", sagt Stefinger dem BR.

Anlass war ein Fall in München. Der Orden der Barmherzigen Schwestern vermietet Wohnungen an Pflegekräfte – allerdings deutlich günstiger als die ortsübliche Vergleichsmiete. Dadurch bekam der Orden steuerliche Schwierigkeiten, konnte nicht all seine Kosten absetzen, hätte wenn dann die Miete erhöhen müssen. Nun kann der Orden seine Kosten doch noch zu 100 Prozent anrechnen. Und die Barmherzigen Schwestern können die Miete stabil günstig halten. Ungewöhnlich für München.

Günstigen Wohnraum erhalten

Michael Schrodi (SPD) hat das im Finanzausschuss mitverhandelt. "Wir stellen sicher, dass Mieten nicht erhöht werden, damit der Vermieter all seine Kosten absetzen kann." Die Untergrenze werde daher verschoben von 66 Prozent auf 50 Prozent des Mietspiegels. Es habe aber auch solche Fälle gegeben: Der Onkel vermietet seinem Neffen eine Wohnung deutlich unter dem Mietniveau. Solche Vermieter sollen nicht noch zusätzlich Steuern sparen. Deshalb sei die Untergrenze wichtig, sagt Finanzpolitiker Schrodi dem BR. "Es geht uns um die ehrlichen und sozialen Vermieter", so Schrodi.

CSU-Politiker Stefinger sagt, gerade für Ballungsräume wie München stelle die Neuregelung einen "dringend notwendigen Schritt dar, um bezahlbaren Wohnraum zu erhalten". In der kommenden Woche soll der Bundestag die Steuerentlastung für nette Vermieter beschließen.

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