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Grippe: Heuer Vierfach-Impfstoff für alle | BR24

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Seit gut zwei Wochen ist er da - und dieses Jahr bekommen ihn nicht nur die Privatversicherten: der "quadrivalente Influenzaimpfstoff" - der Vierfach-Impfstoff! Aber ist das Impfen jetzt schon sinnvoll?

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Grippe: Heuer Vierfach-Impfstoff für alle

Anders als letztes Jahr bekommen heuer alle den Vierfach-Impfstoff gegen die Grippe - nicht mehr nur die Privatpatienten. Zumindest beim Grippeimpfstoff soll also keine „Zweiklassenmedizin“ mehr herrschen.

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In der letzen Grippesaison wurde viel diskutiert über den Impfstoff. Für Kassenpatienten gab es kostenlos nur den so genannten Dreifachimpfstoff. Privatversicherte bekamen einen Vierfachimpfstoff gespritzt. Die Chancen trotz Dreifachimpfung an der Grippe zu erkranken war in der vergangenen "Grippesaison" erhöht. "Zweikassenmedizin", wetterten Patienten und Medien.

Wer bei uns in Deutschland die Grippe bekommt, fängt sich in der Regel entweder Viren des Typs A oder B ein. Das vorherrschende Virus im vergangenen Jahr war allerdings eines, dass nur mit dem Vierfachimpfstoff unterdrückt werden konnte.

"Es wird unterschieden - grob gesagt - zwischen zwei großen Virenstämmen A und B und deren Untergruppen. Bislang hatte der Dreifachimpfstoff zwei A und einen B-Virus-Stamm abgedeckt.“ Dr. Michalis Vavelidis, Internist in München

Kein absolut sicherer Schutz vor der Grippe

In diesem Jahr sind aber nun auch die gesetzlich Versicherten bestmöglich geschützt, so der Hausarzt. Der Grippeimpfstoff sei heuer für alle gleich der so genannte Vierfachimpfstoff. Trotzdem: Einen hundert prozentigen Schutz vor der Grippe bietet auch der diesjährige Impfstoff nicht, teilt das Landesamt für Gesundheit (LGL) BR24 auf Anfrage mit. Denn es gibt viele verschiedene Subtypen von Influenzaviren, die sehr wandelbar sind und sich auch ständig verändern. Deshalb wird die Zusammensetzung der Influenzaimpfstoffe jedes Jahr durch die WHO angepasst und durch die Ständige Impfkomission (STIKO) empfohlen.

"Trotzdem ist es möglich, dass die im Impfstoff enthaltenen Virusstämme nicht optimal mit den in der kommenden Saison auftretenden Influenzaviren übereinstimmen. Aber auch wenn sich die genaue Wirksamkeit des aktuellen 4-fach Impfstoffs daher nicht vorhersagen lässt, stellt die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Virusgrippe dar. Eine Influenzaerkrankung verläuft bei geimpften Personen meist milder ab als bei Ungeimpften." Landesamt für Gesundheit

Nicht zu früh impfen

142 Grippetote gab es im letzten Jahr in Deutschland. Die Dunkelziffer liegt wohl weit höher, sagen Experten vom Landesamt für Gesundheit (LGL).

Hausarzt Doktor Michalis Vavelidis rät jedoch vielen seiner älteren Patienten, sich nicht gleich im September oder Oktober impfen zu lassen.

"Man bekommt einen Impfstoff gespritzt, das Immunsystem produziert daraufhin Antikörper gegen - in diesem Fall – die Grippe aber gerade bei älteren Menschen, bei chronisch Kranken oder Immunschwachen ist man sich nicht klar darüber, ob die Antikörperhöhe über mehrere Monate auch ausreicht." Dr. Michalis Vavelidis.

Denn bei geschwächten Menschen kann die Immunisierung über einen längeren Zeitraum wieder nachlassen. Letztes Jahr war der Höhepunkt der Grippewelle erst im Januar und Februar.

Grippesaison von Oktober bis April

Prinzipiell kann man sich auch außerhalb des Winters mit dem Grippevirus anstecken. Influenzaviren sind jedoch grundsätzlich bei niedrigen Temperaturen und in trockener Luft stabiler. Daher ist in Deutschland die Influenzasaison definiert von ca. Oktober bis Mitte April des darauffolgenden Jahres.

Wer Sorge hat, von der Grippeimpfung krank zu werden, liegt falsch, so der Hausarzt.

"Ich hab seltenst eine Nebenwirkung mitbekommen. Die Impfung wird sehr gut vertragen – nur die Einstichstelle kann etwas schmerzen." Hausarzt Dr. Vavelidis.

Die letzte Grippewelle - von Dezember bis April - verlief rekordverdächtig. Ob die Viren auch in diesem Winter wieder so viele Menschen ausknocken, können Wissenschaftler und Ärzte aber nicht voraussagen.

"Grundsätzlich ist eine Prognose nicht möglich, daher kann nicht vorhergesagt werden, ob es sich nun um eine schwächere oder stärkere Influenza-Saison als in Vorjahren handelt wird. Wie stark eine Grippewelle ausfällt, hängt unter anderem von den aktuell vorkommenden Virustypen ab sowie von der Immunität in der Bevölkerung." Landesamt für Gesundheit