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Griechische Abgeordnete helfen in Kliniken | BR24

© dpa/pa

Parlamentarische Debatte im griechischen Abgeordnetenhaus.

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    Griechische Abgeordnete helfen in Kliniken

    Sie wollen helfen, wo dringend Hilfe nötig ist. Griechische Politiker mit einer medizinischen Ausbildung haben sich von ihren Pflichten in der Regierung entbinden lassen, um in den überlasteten Krankenhäusern zu arbeiten.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Mehr als 20 griechische Parlamentarier, die ausgebildete Ärzte sind, haben sich zum Corona-Einsatz in griechischen Krankenhäusern verpflichtet. Den Auftakt hatte Anfang der Woche der Lungenarzt Giorgos Lamproulis gemacht.

    Aufruf aktivierte weitere Freiwillige

    Der Abgeordnete der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) bat den Parlamentspräsidenten, ihn vorübergehend von seinen Aufgaben als Vize-Präsident des Amtes zu entbinden. Stattdessen wolle er im staatlichen Krankenhaus der nordgriechischen Stadt Larisa arbeiten. Gleichzeitig rief er seine Arzt-Kollegen im Parlament dazu auf, es ihm gleichzutun.

    Im Laufe der Woche meldeten sich daraufhin weitere 20 der 300 Abgeordneten aller Parteien für den außerdienstlichen Einsatz, darunter Radiologen, Mikrobiologen und Chirurgen. "Ich bin der Ansicht, dass mein Platz jetzt bei meinen Kollegen, bei den Ärzten und dem Pflegepersonal ist", hatte Lamproulis zur Begründung seines Entschlusses laut griechischen Medien erklärt.

    Gesundheitsminister Vassilis Kikilias, selbst Arzt, würdigte den Einsatz der Abgeordneten. Das griechische Parlament hatte bereits aus Parlamentsmitteln Geld für 50 zusätzliche Corona-Intensivbetten bereitgestellt. Die Parlamentarier, die sich nun zum Dienst meldeten, würden je nach Spezialisierung eingesetzt - und sei es, um ihre Kollegen in den staatlichen Krankenhäusern als Dermatologen und Kinderärzte zu entlasten.

    In Griechenland steigt die Zahl der Todesfälle

    Mehr als 200 Corona-Tote wurden allein am Wochenende gezählt, für ein Land mit knapp elf Millionen Einwohnern sind das recht viele. Die Griechen beunruhigt der Anstieg der Zahlen: Von Februar bis Oktober starben 600 Menschen an oder mit Corona; allein im November aber schon mehr als 1.000 Menschen. In Thessaloniki sind fast alle Betten in Intensivstationen belegt. Die Armee hat dort Zelte aufgebaut, um Patienten in einem Not-Lazarett zu behandeln. Die Ausgangssperre soll in den Dezember hinein verlängert werden.

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