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Griechenland: Wenig Infizierte – aber ökonomisch in der Klemme | BR24

© ARD/Thomas Bormann

Griechenland ist bislang recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen – zumindest was die offiziellen Zahlen anbelangt: vergleichsweise wenige Menschen haben sich angesteckt und es starben nicht sehr viele. Wirtschaftlich allerdings leidet das Land.

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Griechenland: Wenig Infizierte – aber ökonomisch in der Klemme

Griechenland ist bislang recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen – zumindest was die offiziellen Zahlen anbelangt: Vergleichsweise wenige Menschen haben sich angesteckt, und es starben nicht sehr viele. Wirtschaftlich allerdings leidet das Land.

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Wer in das Touristenparadies Griechenland will, braucht starke Nerven: Bereits vor der Einreise muss ein regelrechter Papierkrieg geführt werden. An Grenzen oder Flughäfen drohen zudem Corona-Tests.

Im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern sind es in Griechenland weniger die Fallzahlen die die Bürger in Atem halten – auch wenn das Mittelmeerland ebenfalls von einer zweiten Corona-Welle betroffen ist. Von griechischen Corona-Zahlen können Staaten in Europa nur träumen, denn nur eine mittlere dreistellige Zahl von Menschen verlor durch das Virus bisher ihr Leben, nur eine fünfstellige Zahl wurde infiziert.

Griechenlands Wirtschaft im Würgegriff von Corona

Es sind deshalb eher Sorgen um die persönliche Zukunft, um das wirtschaftliche Überleben, die die Griechen umtreiben. Der Tourismus, eine der Haupteinnahmequellen des Landes, ging 2020 in den Keller. Im Corona-Sommer blieben die Gäste in Scharen weg. Dabei hängt jeder sechste griechische Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Geschäft mit Sonne und Meer ab. Und auch sonst schrumpft die Wirtschaft des Landes, die bereits vor Corona – seit der Finanzkrise 2008 - im Krisenmodus war. Nun gibt es weitere Gehaltskürzungen und vielen droht Menschen die Arbeitslosigkeit.

Griechenlands teurer Sonderweg

Zur angespannten Lage hat ausgerechnet Griechenlands Sonderweg zu Beginn der Corona-Pandemie maßgeblich beigetragen: sehr früh und sehr lang hat die konservative Regierung Mitsotakis ihren Bürgern einen strikten Lockdown auferlegt. Und das, nicht wie zum Beispiel Italien, ohne unmittelbare Not.

Schließlich hatte Griechenland bereits damals im EU-Vergleich nur wenige Infektionen zu verzeichnen. Die Politik wollte das eigene durch jahrelange, teilweise von der EU verordnete, Sparmaßnahmen ausgezehrte Gesundheitssystem schützen. Man fürchtete einen Kollaps in den Krankenhäusern. Die Strategie ging auf: die elf Millionen Menschen in dem Mittelmeerland kamen bis jetzt ungewöhnlich gut durch die Krise. Allerdings: Der wirtschaftliche Preis dafür ist hoch!

Wie geht es weiter für Griechenland?

Hinsichtlich der vergleichsweise niedrigen Corona-Fallzahlen mehren sich bei vielen nun Ängste, dass diese in Wahrheit nicht ganz so harmlos sind, wie offiziell gemeldet. Denn es fehlt an Testmöglichkeiten: wer weniger testet findet natürlich auch weniger Infizierte.

Und: Die Bereitschaft strikte Corona-Auflagen zu akzeptieren nimmt in der Bevölkerung sichtbar ab – die Kehrseite zumindest offiziell niedriger Fallzahlen. So durchlebt auch das sonnige Mittelmeerland in diesen Tagen düstere Zeiten.

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