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Griechenland fordert EU zur Aufnahme von Flüchtlingskindern auf | BR24

© dpa/pa

Flüchtlingskinder im Hafen von Piräus

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    Griechenland fordert EU zur Aufnahme von Flüchtlingskindern auf

    Der Zustrom von Migranten in der Ägäis reißt nicht ab. Viele Flüchtlinge wagen die Reise über das Meer und landen in Griechenland. Doch das Land ist überfordert und will, dass die EU zumindest die minderjährigen Flüchtlinge aufnimmt.

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    Der Flüchtlingszustrom aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis dauert an: Von Samstag auf Sonntag haben nach Angaben der griechischen Küstenwache 332 Migranten auf die Inseln Rhodos, Kalymnos, Samos, Farmakonisi und Lesbos übergesetzt.

    Griechenland appelliert an die EU

    Griechenland hat die anderen EU-Staaten aufgerufen, zumindest minderjährige Migranten aus den Registrierlagern auf den Ägäis-Inseln aufzunehmen. Dort sind zurzeit mehr als 24.000 Menschen untergebracht. Rund 40 Prozent von ihnen sind laut UN-Organisationen und griechischen Behörden Minderjährige im Alter unter 17 Jahren.

    "Es kann nicht sein, dass ein Land sich weigert, 50 oder 100 Kinder aufzunehmen. Einige Staaten wollen alle Vorteile der Bewegungsfreiheit im Schengen Raum haben, sie weigern sich aber, die Lasten zu teilen." Kyriakos Mitsotakis, griechischer Regierungschef im Staatsfernsehen ERT

    Der konservative griechische Regierungschef Kyriakaos Mitsotakis forderte die EU jetzt auf, Maßnahmen gegen jene Staaten zu ergreifen, die sich weigern, Minderjährige aufzunehmen.

    Griechenland warnt die Türkei

    Mitsotakis warnte den türkischen Präsidenten zudem, nicht mit Drohungen gegen Griechenland und Europa zu arbeiten, um mehr Gelder loszueisen. Die Türkei dürfe die Migrationsfrage nicht für politische Zwecke missbrauchen. Erdogan droht der EU mit der Öffnung der Grenzen für Migranten, sollte sein Land nicht ausreichend internationale Hilfe bei der Versorgung syrischer Flüchtlinge erhalten.

    "Entweder Sie teilen diese Last oder wir müssen die Tore öffnen." Recep Tayyip Erdogan, türkischer Staatspräsident

    Nach dem 2016 geschlossenen EU-Türkei-Abkommen soll Ankara die Migration auf dem See- und dem Landweg Richtung Europa eindämmen und erhält dafür Gelder der Europäischen Union zur Unterstützung der Flüchtlinge im eigenen Land. Bis heute wurden drei Milliarden Euro nach EU-Angaben an die Türkei gezahlt, weitere drei Milliarden Euro wurden zugesagt. Die Türkei hat 3,6 Millionen Syrer aufgenommen, die vor dem seit acht Jahren anhaltenden Bürgerkrieg geflohen sind. Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Türkei könne einen möglichen weiteren Flüchtlingszustrom aus Syrien nicht alleine schultern. Er appellierte an die EU, genügend finanzielle Unterstützung bereitzustellen.

    Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatte es Tage gegeben, an denen rund 7.000 Migranten über die Türkei griechische Inseln erreichten. Zurzeit kommen täglich wieder Hunderte Migranten aus der Türkei nach Griechenland und damit auch in die EU.

    Von
    • Claudia Grimmer
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