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Griechenland: Flüchtlingslager Moria steht in Flammen | BR24

© REUTERS / Elias Marcou

Migranten vor dem brennenden Lager

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    Griechenland: Flüchtlingslager Moria steht in Flammen

    Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist ein Feuer ausgebrochen. Einsatzkräfte versuchen zu löschen und alle 12.000 Migranten in Sicherheit zu bringen. Das überfüllte Camp steht wegen Corona unter Quarantäne.

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    Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos und dessen Umgebung sind in der Nacht mehrere Brände ausgebrochen. Medienberichten zufolge steht nahezu das gesamt Lager in Flammen. Auch Wohncontainer brennen, weshalb die Behörden die Evakuierung des Lagers anordneten. Viele der mehr als 12.000 Migranten hätten bereits von selbst versucht, sich in Sicherheit zu bringen, so die Einsatzkräfte. Über mögliche Verletzte oder gar Tote gibt es bislang keine Informationen.

    Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer vor Ort berichteten in Sozialen Medien von Menschen, denen Rauch und Flammen die Fluchtwege abgeschnitten hätten. Mindestens 28 Feuerwehrleute mit neun Fahrzeugen, die von Freiwilligen unterstützt wurden, kämpfen laut der Nachrichtenagentur Reuters gegen die Flammen. Starke Winde, die zum Teil bis zu 60 Kilometer pro Stunde erreichten, erschweren die Löscharbeiten.

    Nach Angaben der Feuerwehr waren mehrere Brände innerhalb des Lagers wie auch in der Landschaft der Umgebung ausgebrochen. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, auch ein außerhalb des Hauptlagers liegender Olivenhain mit Zeltunterkünften für Flüchtlinge brenne. Asylbewerber flüchteten dem Fotografen zufolge zu Fuß in Richtung des Hafens der Inselhauptstadt Mytilini. Dabei seien sie jedoch von Polizeiwagen gestoppt worden.

    Ursache noch unklar

    Über die Ursachen der Brände gibt es unterschiedliche Angaben: Manche Lagerbewohner sprachen von Brandstiftung von Inselbewohnern. Anderen Berichten zufolge hatten Migranten selbst Feuer gelegt und danach die Feuerwehr bei den Löscharbeiten behindert. Einsatzkräfte bestätigten, dass einige Lagerbewohner "Widerstand" geleistet hätten. Ob sie aber das Feuer bewusst aus Protest gegen die Lockdown-Maßnahmen gelegt hätten, sei völlig unklar. Seit vergangener Woche steht das Lager unter Quarantäne, weil inzwischen mindestens 35 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

    Manche Migranten hätten das Lager verlassen wollen, um sich nicht mit dem Virus anzustecken, berichtete die halbstaatliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Einige Infizierte und ihre Kontaktpersonen, die isoliert werden sollten, hätten sich hingegen geweigert, das Lager zu verlassen und in Isolation gebracht zu werden.

    Überfüllt und unter Quarantäne

    Das Flüchtlingslager Moria ist seit Jahren überfüllt, was Hilfsorganisationen stets kritisieren. Derzeit leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12.600 Flüchtlinge und Migranten - bei einer Kapazität von gerade mal 2.800 Plätzen.

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