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Grenzöffnung in Italien: Die ersten Deutschen sind schon da | BR24

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Italien hat nach dreimonatiger Abschottung wegen Corona nicht nur seine Grenzen geöffnet, sondern erlaubt auch Reisen im Land wieder.

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Grenzöffnung in Italien: Die ersten Deutschen sind schon da

Die weltweite Reisewarnung in Deutschland läuft zum 14. Juni aus. Italien-Reisen sind aber theoretisch jetzt schon möglich, denn dort sind die Außengrenzen für Urlauber wieder offen. Die ersten Touristen aus Deutschland sind auch schon vor Ort.

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"Endlich, endlich! Wir haben lange gewartet. Jetzt sind die Grenzen offen, ab nach Italien!" Frieder Georg ist begeistert. Am Abend ist er in München losgefahren, um pünktlich um Mitternacht die Grenze nach Italien zu überqueren. Mit seiner Frau Viola steht er nun sichtlich fröhlich neben seinem Auto, auf italienischem Boden.

"Ich freue mich schon sehr, hier zu sein", sagt er. Seit 20 Jahren haben die beiden ein Haus in den Marken. Ein mulmiges Gefühl haben sie nicht, man mache sich "nicht viel Sorgen".

"Lage normalisiert sich"

Tatsächlich gelten in Italien ähnliche Regeln wie in Deutschland, teilweise sogar verschärft. Die wichtigste lautet: Abstand halten – ob beim Bummel durch die Stadt, bei der Besichtigung oder am Strand. In Innenräumen ist die Atemschutzmaske Pflicht, vielerorts werden die Daten der Besucher notiert, um bei einem möglichen Infektionsfall die Anwesenden kontaktieren zu können.

Auch muss man vorher oft reservieren, beispielsweise in den Vatikanischen Museen. Gerade bei den Hotels ist die Buchung vorher wichtig, weil viele Unterkünfte wegen der unsicheren Lage bis vor kurzem geschlossen hatten und sich erst jetzt auf die Wiedereröffnung vorbereiten können.

Ohne Tank- und Toilettenpause durch Österreich

Trotz der schwierigen Umstände haben sich Deutsche auf den Weg gemacht, um die Grenze am Brennerpass mit dem Auto, dem Kombi oder dem Wohnmobil zu passieren, stellt Christian Seehauser von der Autobahnraststätte Lanz fest: "Heute ist es wirklich anders, einige deutsche Familien sind hier gewesen, es scheint, dass es sich normalisiert."

Die Autobahnraststätte Lanz direkt hinter der österreichischen Grenze mag davon profitieren, dass Österreich seine Grenzen für den Tourismus offiziell erst später öffnet. Auto- oder Busreisende aus Bayern müssen ohne Zwischenstopp durch Österreich nach Italien fahren. Toiletten- oder Tankpausen in Österreich sind also nicht erlaubt. Urlauber dürfen nur dann nach Italien durchreisen, wenn sie an der Grenze eine Bestätigung ausfüllen, dass sie das Land "auf dem schnellsten Wege" wieder verlassen.

Wirtschaftliche Folgen der Tourismus-Flaute enorm

Italien dürfte sich über die nun trotzdem kommenden Besucher aus Deutschland freuen, denn der wochenlange Lockdown infolge der Corona-Pandemie hat das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Italien fast vollständig heruntergefahren, die Folgen sind schon jetzt gravierend. Viele haben ihre Arbeit verloren, sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Gerade vom Tourismus hängt viel ab.

Lorenz Oberhuber vom Sporthotel Gossensaß – ein paar Kilometer von der Grenze entfernt – darf schon seit dem 11. Mai wieder öffnen, aber: "Bevor die Grenzen nicht aufmachen, ist da wenig Bewegung."

Mundschutz, wo immer man wen begegnen könnte

Etwa 13 Prozent hat der Tourismus in Italien vor der Corona-Pandemie zur wirtschaftlichen Leistung beigetragen. Dies spürt man auch an der Stimmung hier, fast alle freuen sich über die Grenzöffnung und neue Besucher. Gerade in Südtirol hat die Politik schon frühzeitig Lockerungen zugelassen, angesichts niedriger Infektionszahlen. Dabei müssen die Hoteliers bestimmte Vorschriften beachten, vor allem gilt es, Mundschutz zu tragen, wo immer man jemanden begegnen könnte.

Vor Lorenz Oberhubers Hotel sitzen derweil schon einige Gäste und trinken ihren Kaffee. Einheimische. Bald könnten es auch Urlauber aus dem Norden sein. Das hoffen sie hier jedenfalls.

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Italien hat die Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Bayern und Baden-Württemberger nutzten die Pfingstferien und fuhren los. Sie müssen sich aber auf coronabedingte Auflagen einstellen, so BR-Korrespondentin Elisabeth Pongratz.

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