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Der Greenpeace-Protestflieger nach der Notlandung im Stadion

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    Greenpeace zieht Konsequenzen aus Gleitschirm-Aktion

    Greenpeace zieht erste Konsequenzen aus der missglückten Gleitschirm-Aktion vor dem EM-Spiel Frankreich-Deutschland letzten Dienstag in München. Man wolle nicht mehr über Menschenmassen fliegen, so ein Vertreter der Umweltschutzorganisation im BR.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Rüdiger Hennl

    "Die vordergründigste Konsequenz und die aktuellste Konsequenz ist, dass wir uns gesagt haben, und mit den Aktivistinnen und Aktivisten besprochen haben, dass wir nicht mehr über Menschenmassen fliegen", sagte Greenpeace-Bereichsleiter Dietmar Kress im Tagesgespräch auf Bayern 2 und in ARD–alpha.

    Riskanter Tiefflug vor EM-Spiel

    Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend hatte ein 38-jähriger Greenpeace-Aktivist mit einem Motorschirm sich selbst und die Fans in der Arena mit einer Notlandung im Stadion in Gefahr gebracht, nachdem er an einem am Stadiondach gespannten Seil hängengeblieben war.

    Zwei Männer wurden bei der Aktion verletzt, massive Kritik an Greenpeace war die Folge. Die Organisation wollte mit der Aktion gegen den EM-Sponsor Volkswagen protestieren und entschuldigte sich wenig später: Es sei nie die Absicht gewesen, das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzen.

    Herrmann nennt Aktion "unverantwortlich"

    Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Protestaktion erneut hart kritisiert. "Das war eine total idiotische Aktion, die durch nichts entschuldigt werden kann", sagte der CSU-Politiker beim Abschluss der Innenministerkonferenz im badischen Rust. Greenpeace sei nun in der Pflicht, "klipp und klar zu sagen, dass solche oder ähnliche Aktionen künftig nicht mehr stattfinden", so Seehofer, der bei dem EM-Spiel selbst im Stadion saß: "Wir sind haarscharf an einer Katastrophe vorbeigegangen."

    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, der Flug des Motorschirm-Lenkers ins Stadion habe den "Anschein einer Terrorlage" gehabt. Die Sicherheitsbehörden hätten nur wenig Zeit gehabt, zu entscheiden, ob sie den Mann abschießen. Sie hätten sich dagegen entschieden. "Man hätte auch zu einer anderen Entscheidung kommen können", sagte Herrmann. Dies hätte "verheerende Folgen" gehabt, die Aktion sei "unverantwortlich" gewesen.

    Information von Greenpeace kam laut Polizei zu spät

    Das Münchner Präsidium bestätigte heute, dass unmittelbar vor Anpfiff der Partie ein Mann vor Ort eine Einsatzgruppe der Polizei angesprochen und auf die unmittelbar bevorstehende Protestaktion hingewiesen habe. Dies sei aber erst "nahezu zeitgleich zum eigentlichen Ereignis" geschehen, noch bevor die Information über Funk verbreitet werden konnte, sei der Pilot schon auf dem Spielfeld gelandet.

    Inzwischen sind die beiden bei dem Vorfall verletzten Männer wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, wie die Polizei mitteilte. Beim Landeanflug des Motor-Schirms waren die 36 und 42 Jahre alten Fußballfans am Kopf verletzt worden.

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