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Google: Doodle für erste Friedensnobelpreis-Trägerin | BR24

© picture alliance/akg-images

Google-Doodle für Bertha von Suttner

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    Google: Doodle für erste Friedensnobelpreis-Trägerin

    Am 10. Dezember 1905 erhielt Bertha von Suttner als erste Frau den Friedensnobelpreis. Am Dienstag hat Google die österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin mit einem "Doodle" geehrt.

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    Bertha von Suttner, gebürtige Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, stammte aus einer böhmischen Adelsfamilie. Sie war eine österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin und wurde 1905 als erste Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Am Dienstag hat Google ihr anlässlich des Jahrestags der Auszeichnung ein sogenanntes Doodle gewidmet, das heißt, dass eine Abbildung von ihr auf der Startseite der Suchmaschine im Google-Schriftzug erscheint.

    Teilnehmerin am Weltfriedenskongresses in Boston

    Bertha von Suttner nahm im Juni 1904 an der "Internationalen Frauenkonferenz" des Internationalen Frauenrates in Berlin teil. Diese Konferenz endete mit einer Friedensdemonstration in der Philharmonie. Im selben Jahr reiste sie anlässlich des Weltfriedenskongresses in Boston in die Vereinigten Staaten von Amerika.

    Programmatische Rede an das Nobelpreiskomitee

    Alfred Nobel hatte Bertha von Suttner bereits bei der ersten Vergabe 1901 als Preisträgerin in Erwägung gezogen. Sie wurde allerdings erst in der fünften Preisrunde ausgezeichnet. Bei ihrer Rede an das Nobelpreiskomitee legte sie die drei Programmpunkte dar, die sie für die Überwindung von Konflikten zwischen Staaten ohne Gewalt entwickelt hatte:

    • Schiedsgerichtsverträge, um die Konflikte zwischen Staaten mit friedlichen Mitteln beizulegen.
    • Eine Friedensunion aller Staaten, die jeden Angriff eines Staates gegen einen anderen mit gemeinschaftlicher Kraft zurückweisen müsse.
    • Eine internationale Institution, die als ein Gerichtshof im Namen der Völker das Recht vertrete.

    Warnung vor internationalem Vernichtungskrieg

    1907 war sie auch bei der zweiten Friedenskonferenz in Den Haag anwesend. In der Folge versuchte sie vermehrt über die Gefahren der internationalen Aufrüstung und die Interessen der Rüstungsindustrie zu informieren. 1908 machte sie mit einer sehr weitsichtigen und folgerichtigen Analyse auf die Gefahr eines internationalen Vernichtungskrieges aufmerksam:

    Wir sind im Besitze von so gewaltigen Vernichtungskräften, dass jeder von zwei Gegnern geführte Kampf nur Doppelselbstmord wäre. Wenn man mit einem Druck auf einen Knopf, auf jede beliebige Distanz hin, jede beliebige Menschen- oder Häusermasse pulverisieren kann, so weiß ich nicht, nach welchen taktischen und strategischen Regeln man mit solchen Mitteln noch ein Völkerduell austragen könnte.

    Am 21. Juni 1914, wenige Wochen vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs, vor dem sie wiederholt gewarnt hatte, erlag Bertha von Suttner einem Krebsleiden.