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Göring-Eckardt zu Moria: Kein Alleingang, sondern Vorangehen | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt spricht sich im Interview mit Bayern 2 für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Moria aus. EU-Länder, die sich zur Aufnahme bereit erklären, könnten im Gegenzug finanziell unterstützt werden.

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Göring-Eckardt zu Moria: Kein Alleingang, sondern Vorangehen

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt spricht sich im Interview mit Bayern 2 für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Moria aus. EU-Länder, die sich zur Aufnahme bereit erklären, könnten im Gegenzug finanziell unterstützt werden.

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Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf, mehr Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager Moria auf Lesbos aufzunehmen. Im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 sagte sie:

"Vielleicht muss man ihn einmal daran erinnern, dass wir gerade die EU-Ratspräsidentschaft haben. Es geht nicht um einen Alleingang, es geht um Vorangehen." Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Deutschland will 150 Kinder aufnehmen

Seehofer hatte bisher die Aufnahme von 150 Kindern und Jugendlichen angekündigt. Laut Göring-Eckardt gibt es Deutschland und Teilen Europas eine hohe Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen. Die Grünen-Politikerin verwies auf einen bestehenden EU-Mechanismus, der Länder, die eine besondere Aufgabe übernehmen, finanzielle Unterstützung zusichert.

"Das kann man in diesem Fall machen und kann sagen, all diejenigen, die Geflüchtete aufnehmen wollen, die die Bereitschaft in der Bevölkerung dazu haben, sollen das bitte tun und dann kriegen sie die entsprechenden finanziellen Mittel dazu." Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Neu errichtete Ersatz-Zeltlager auf Lesbos

Auf der Insel Lesbos waren am Wochenende 300 der 12.000 Migranten in ein neu errichtetes Ersatz-Zeltlager eingezogen, nachdem das Lager Moria wohl durch Brandstiftung in der vergangenen Woche zerstört worden war.

Radikale Migranten versuchten, andere vom Gang ins neue Lager abzuhalten. Sie wollen aufs Festland gebracht werden, um weiter nach Norden ziehen zu können: "Nach Deutschland", wie Reportern vor Ort gesagt wurde. Tausende Menschen leben auf der Straße, auch Familien mit Kindern - ohne Obdach, Sanitäranlagen und fließendes Wasser.

Weber: Fehler von 2015 nicht wiederholen

Viele in der Union fürchten bei der Aufnahme einer größeren Zahl von Menschen ein Signal mit Sogwirkung: Je mehr aufgenommen würden, desto mehr kämen nach oder würden überhaupt erst zur Flucht animiert. Ein Alleingang Deutschlands wäre "völlig falsch", sagte Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) der "Welt". "Wenn in Europa der Eindruck entstünde, dass Deutschland dazu bereit ist, im Krisenfall allein zu handeln, dann können wir für die Zukunft eine gemeinsame europäische Lösung bei der Migrationsfrage vergessen."

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, sagte in der ARD-Sendung "Anne Will": "Wir dürfen die Fehler von 2015 nicht wiederholen."

Baerbock fordert mehr deutsches Engagement

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock forderte in der Sendung, die Migranten auf Lesbos sofort von dort wegzuholen und mehr europäisches und mehr deutsches Engagement zu zeigen. Eine frühere Twitter-Äußerung von ihr, die so verstanden worden war, dass alle gut 12.000 Moria-Migranten nach Deutschland kommen sollten, wollte sie aber auch auf wiederholte Nachfragen hin nicht wiederholen.

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