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"Glyphosat - Zulassung ist eine Katastrophe" | BR24

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"Glyphosat - Zulassung ist eine Katastrophe"

Der Träger des Alternativen Nobelpreises Hans Rudolf Herren hat die weitere Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk heftig kritisiert und ein Verbot des Wirkstoffs gefordert.

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Der renommierte Experte für biologische Schädlingsbekämpfung bezeichnete die gestrige Entscheidung der EU-Kommission, die Zulassung von Glyphosat um weitere 18 Monate zu verlängern, als "Katastrophe". Es sei offensichtlich, dass mit dem Wirkstoff Gesundheitsrisiken verbunden sind. Gleichzeitig gebe es im Ackerbau genügend Methoden, um ohne Chemie die Ernährung sicherzustellen.

"Der Biolandbau kann Europa und Nordamerika ernähren. In den Entwicklungsländern habe ich selbst gesehen, dass man die Produktion einfach verdoppeln oder verdreifachen kann, mit biologischen Methoden." Hans Rudolf Herren, Träger des Alternativen Nobelpreises

Der Wissenschaftler kritisierte den nach wie vor massiven Einfluss der Chemie-Lobby auf die Entwicklung der modernen Landwirtschaft. Die großen Konzerne hätten nur das Interesse, dass ihre Produkte auf möglichst großen Flächen angewendet werden.

Ohne Verordnungen von oben wird sich nichts ändern

Ohne gesetzliche Änderungen wird sich nach Ansicht von Herren an den heutigen Fehlentwicklungen wenig ändern. Umwelt-und Gesundheitsschäden, die von der konventionellen Landwirtschaft verursacht werden, müssten endlich ihren Niederschlag in den Nahrungsmittelpreisen finden.

"Die langsame Vergiftung, über Glyphosat zum Beispiel, oder die Vergiftung der Bienen mit den Neonikotinoiden. Das sind alles Kosten, wer trägt die dann? Man kann wohl billig Lebensmittel kaufen, aber zahlt dann anderswo - über Steuern und so." Hans Rudolf Herren

Lediglich bei den Bio-Produkten zahlten die Verbraucher schon heute über den höheren Preis für Umweltleistungen, die von den Öko-Landwirten erbracht werden.