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EU verlängert Glyphosat-Zulassung

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Glyphosat: Hendricks wirft Schmidt Vertrauensbruch vor

Vor dem Hintergrund möglicher Sondierungen für eine Große Koalition sehr delikat: Bundesumweltministerin Hendricks hat Deutschlands Zustimmung des Landwirtschaftsministeriums zur Glyphosat-Verlängerung durch die EU als Vertrauensbruch kritisiert.

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Sie habe noch heute gegenüber Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erklärt, sie sei "mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden". Dennoch habe der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Brüssel für eine Verlängerung gestimmt - wer an "Vertrauensbildung zwischen Gesprächspartnern interessiert" sei, könne sich so nicht verhalten, sagte Hendricks.

Schmidt: Wichtige Bedingungen durchgesetzt

"Mit unserer heutigen Zustimmung zur weiteren Zulassung von Glyphosat für fünf Jahre konnten wir wichtige Bedingungen durchsetzen", sagte Agrarminister Christian Schmidt (CSU) der "Rheinischen Post" vorab. Er nannte etwa eine "Stärkung der Rolle von Biodiversität und Tierschutz".

Keine Mehrheit für Verlängerung um zehn Jahre

Die EU-Länder hatten die Zulassung für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat der Firma Bayer mit 18 von 28 Stimmen für fünf Jahre verlängert. Geplant war eine Verlängerung für zehn Jahre. Dafür fand die EU-Kommission aber keine Mehrheit.

Industrieverband forderte 15 Jahre

Der Industrieverband Agrar e.V. zeigte sich über die Verlängerung "nur" um fünf Jahre enttäuscht. Nach den Regeln der EU-Zulassungsverordnung wäre eine Verlängerung um 15 Jahre angebracht gewesen, sagte Hauptgeschäftsführer Dietrich Pradt.

Krebserregend oder nicht?

In der EU wird seit Jahren über den weit verbreiteten Unkrautvernichter gestritten. Wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht. Die bisherige Zulassung für Glyphosat läuft am 15. Dezember aus.