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Bildrechte: Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Weltgesundheitsversammlung der WHO

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Globale Gesundheitsstrategie: Weltgesundheitsversammlung der WHO

Die Corona-Pandemie steht im Mittelpunkt der Weltgesundheitsversammlung. Auf dem Jahrestreffen der Weltgesundheitsorganisation geht es auch über Strategien für die Zukunft, um für Ausbrüche von neuen Krankheiten besser gewappnet zu sein.

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Von
  • Dietrich Karl Mäurer

Die Welt hat zu langsam auf den Ausbruch des Coronavirus reagiert - so kritisierte die von der Weltgesundheitsorganisation eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission in ihrem vor eineinhalb Wochen vorgelegten Bericht sowohl die Staaten, als auch die UN-Organisation selbst. Unter anderem dieser Bericht soll nun auf dem Jahrestreffen der 194 WHO-Mitgliedsstaaten, der Weltgesundheitsversammlung, diskutiert werden.

Strategie gegen Gesundheitskrisen

Auf dem Tisch liegen auch die Vorschläge der Kommission, wie besser gegen Covid19 gekämpft werden kann und wie auf künftige Gesundheitskrisen reagiert werden soll. Da geht es beispielsweise um mehr globale Solidarität - etwa um mehr Impfstoff, der gerecht weltweit verteilt werden sollte. Mit Blick auf künftige Pandemien sollten sich die Staaten vertraglich dazu verpflichten, sich über etwaige Gefahren auszutauschen und sich besser auf mögliche Bedrohungen vorzubereiten.

Pandemievertrag für globalen Zusammenhalt

Unterstützt wird ein solcher Pandemievertrag von rund zwei Dutzend Ländern, unter anderem Deutschland - und auch von der WHO. Deren Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Freitag: "Wir glauben, dass ein solches Abkommen einen Rahmen für politische Verantwortlichkeit schaffen würde, der die Art und Weise, wie Länder mit Gesundheitskrisen umgehen, neu definiert." Alle Länder würden einbezogen, nicht nur die reichsten und mächtigsten, so Ghebreyesus.

Bei der diesjährigen Weltgesundheitsversammlung könnten also wichtige Weichen gestellt werden für die künftige globale Gesundheitsarchitektur. Letztlich geht es um die Frage, welche Rolle die WHO dabei spielen soll. Obwohl es bei dem weitgehend virtuell abgehaltenen Treffen grundsätzlich um Krankheiten und Gesundheitsgefahren gehen wird, dürfte der Kampf gegen die Covid-Pandemie im Fokus stehen.

Hilfsorganisation fordert Kurswechsel

Dieser dürfe nicht routinemäßig geführt werden, nach dem Motto "business as usual", meint Beobachter Andreas Wulf, Referent für globale Gesundheit bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International. Er fordert eine klare Unterstützung für die Aufgabe der Patente, aber auch einen raschen Technologietransfer für die Impfstoffproduktion unter dem Dach der Weltgesundheitsorganisation. "Und ebenso wichtig wäre ein klares Bekenntnis zur Stärkung der Autorität der WHO im Pandemiefall, was auch die Bereitschaft der Länder einschließt, die eigenen nationalen Interessen und Sonderwege zurückzustellen", so Wulf.

Hier allerdings ist Skepsis angebracht. So deutet sich wieder einmal unter den WHO-Mitgliedsstaaten Gezerre an - etwa über die Frage, ob das defacto unabhängige, demokratische Nicht-WHO-Mitglied Taiwan, das als Musterbeispiel bei der Corona-Bekämpfung gilt, an dem Treffen teilnehmen darf. China, das Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet, ist dagegen. Der Einsatz für mehr Gesundheit in der Welt ist hochpolitisch.

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