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Giftschlange: Ausgebüxte Kobra in Herne immer noch verschwunden | BR24

© dpa-Bildfunk/Caroline Seidel

Ein Schlangenexperte stellt eine Kiste vor die Haustür eines Mehrfamilienhauses in Herne. Am Sonntag ist dort eine giftige Kobra entwischt.

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    Giftschlange: Ausgebüxte Kobra in Herne immer noch verschwunden

    Aufregung um eine ausgebüxte Kobra in Herne: Ein Biss kann lebensgefährlich sein, sagt ein Schlangenexperte. Gefunden wurde sie noch nicht - oder vielleicht doch? Die Giftschlange war am Sonntag vermutlich aus einer Privatwohnung entkommen.

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    Eine am Sonntag vermutlich aus einer Privatwohnung in Herne (Nordrhein-Westfalen) entwischte Giftschlange ist auch am Montag bis gegen Abend unentdeckt geblieben. Und das trotz fieberhafter Suche von Reptilien-Experten, trotz Klebefallen und Mehl-Markierungen.

    20 Giftschlangen in einer Wohnung

    Ein junger Mann soll die Kobra in einem Mehrfamilienhaus gehalten haben. Nach Angaben der Stadt Herne lebten in der Wohnung sogar rund 20 Giftschlangen. Für einen 48 Jahre alten Nachbarn steht fest: "Giftige Tiere gehören einfach nicht in Wohngegenden. Ob man sich damit auskennt oder nicht - die können immer entwischen."

    Diese Giftschlangen gibt es in Deutschland.

    Biss der Monokel-Kobra ist lebensgefährlich

    Bei der Giftschlange handelt es sich nach Angaben des Schlangenexperten Roland Byner um eine Monokelkobra (wissenschaftlich Naja kaouthia) mit einem Durchmesser von geschätzten sechs Zentimetern. Sie sei in Asien heimisch und hochgiftig. Bei einem Biss bestehe Lebensgefahr, sagte der behördliche Fachberater aus Bochum.

    Ist die Giftschlange schon zurückgekrochen – unbemerkt?

    Die Behörden schlossen am Montagnachmittag nicht aus, dass die Schlange zwischenzeitlich wieder in ihr Terrarium zurückgekehrt ist. Im Keller sei Schlangenhaut gefunden worden. Experten sollten überprüfen, ob die Haut und ein Foto der im Hausflur fotografierten Schlange zu einer der rund 20 in der Wohnung sichergestellten Schlangen passen.

    30 Hausbewohner wegen Giftschlage evakuiert

    Die Sicherheitsmaßnahmen blieben vorerst bestehen, sagte Stadtsprecher Christoph Hüsken. Weiterhin durften die 30 Hausbewohner nicht in ihre Wohnungen zurück. Nachbarn im weiteren Umfeld sollten vorsichtig bleiben. Darüber, wie die Schlange womöglich in ihr Terrarium zurückgekehrt sein könnte, wollte am Montag niemand spekulieren.

    Hausbewohner darf vorerst keine Giftschlangen mehr halten

    Die Tiere sollten sichergestellt und abtransportiert werden. Dem Mieter werde die Haltung der Tiere bis auf Weiteres untersagt. Er habe zwar bei einem Gespräch in seiner Wohnung bestritten, dass die Schlange aus seinen Beständen stamme, sagte Hüsken weiter. Fest steht, dass in den Terrarien mehrere Kobra-Schlangen gefunden wurden.

    Haltung von Giftschlangen in NRW nicht verboten

    Nach Angaben der Stadt hält in dem Haus sonst kein weiterer Mieter Schlangen. Ein 29-Jähriger, der zwischenzeitlich bei seinen Eltern untergekommen ist, sagte: "Ich finde es lächerlich, dass man in Nordrhein-Westfalen solche Viecher halten darf." Laut Stadtsprecher Hüsken ist die Haltung von Giftschlangen in NRW aber nicht verboten.

    Tierschutzbund: Giftschlangen gehören nicht in die Hände von Privatleuten

    Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte: "Giftschlangen gehören nicht in die Hände von Privatleuten." Die Organisation fordert eine Liste mit Tierarten, die problemlos gehalten werden können - Giftschlangen gehörten nicht dazu.