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Praktikantin des Weißen Hauses versucht während einer Pressekonferenz von US-Präsident Trump, dem CNN-Reporter Acosta das Mikrofon wegzunehmen
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tagesschau
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Praktikantin des Weißen Hauses versucht während einer Pressekonferenz von US-Präsident Trump, dem CNN-Reporter Acosta das Mikrofon wegzunehmen

Nach dem öffentlichen Streit während einer Pressekonferenz hat der US-Fernsehsender CNN seinen Korrespondenten Jim Acosta verteidigt. Ihm wurde nach der Auseinandersetzung die Akkreditierung für das Weiße Haus entzogen. Gleichzeitig erhebt der Sender schwere Vorwürfe gegen Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders. Die Anschuldigung, Acosta habe bei einer Praktikantin "Hand angelegt", sei eine Lüge, erklärte CNN.

Die Mitarbeiterin versuchte während der Pressekonferenz mehrfach, Acosta das Mikrofon wegzunehmen, was der Journalist zunächst verhinderte, indem er es immer wieder wegzog. Dabei soll Acosta die Mitarbeiterin mehrfach berührt haben. Anschließend überreichte er ihr das Mikrofon, redete dann aber weiterhin ohne Mikrofon auf Trump ein.

Angriff und Verteidigung

Sanders hatte Acosta via Twitter vorgeworfen, eine Praktikantin des Weißen Hauses angefasst zu haben. Dass sich CNN stolz über die Arbeit ihres Reporters geäußert habe, sei "nicht nur widerlich, sondern auch ein Beispiel ihrer empörenden Missachtung für alle, auch junge Frauen, die in dieser Regierung arbeiten".

Die Vereinigung der Korrespondenten des Weißen Hauses (WHCA) kritisierte den Entzug der Akkreditierung. "Wir rufen das Weiße Haus dazu auf, sofort diese schwache und törichte Aktion rückgängig zu machen", schrieb die Vereinigung am Donnerstag auf Twitter.

Ein gereizter Präsident

Als der NBC-Journalist Peter Alexander Acosta als "gewissenhaften Reporter" in Schutz nahm, griff Trump auch Alexander an. "Ich bin auch kein Fan von Ihnen", rief der Präsident erbost.

Trump war bereits vor fast zwei Jahren in New York - noch vor seiner Amtseinführung - mit Acosta aneinander geraten, weil ihm dessen Fragen nicht gefallen hatten.

Sanders' Video eine Fälschung?

Der US-Videojournalist Aymann Ismail wirft Sanders vor, ein gefälschtes Video zu verbreiten. Teile des Clips seien verlangsamt, andere beschleunigt und nachbearbeitet worden. Er vermutet Infowars, die Seite des Verschwörungstheoretikers Alex Jones, als Urheber des gefälschten Videos.

"Das wird hier nie passieren"

Die EU-Kommission äußerte sich zu dem Vorfall, ohne allerdings Trump oder das Weiße Haus zu nennen. "In diesem Pressesaal wird kein Journalist jemals wegen seiner oder ihrer Fragen ausgeschlossen, schlecht behandelt, diskriminiert oder in irgendeiner Weise respektlos behandelt werden (...). Das wird hier nie passieren", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde während des täglichen Pressebriefings.