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Großes Polizeiaufgebot beim Spiel von 1860 in München

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    Gewerkschaft warnt: Polizei als Ziel von Fußball-Frust

    Vor der Fußball-EM warnt die Deutsche Polizeigewerkschaft vor Ausschreitungen und Krawallen. Steigende Temperaturen und Lockerungen der Corona-Beschränkungen schaffen zusätzliche Risiken. Immer mehr Polizeibeamte werden bei Kontrollen attackiert.

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    Von
    • Regina Wallner
    • B5 aktuell

    Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) warnt vor Krawallen rund um die Fußball-EM, die am 11. Juni beginnt. Die steigenden Temperaturen, die Lockerungen der Pandemiebeschränkungen und die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft ließen neue Ausschreitungen erwarten und schafften zusätzlich neue Infektionsrisiken, sagte der DPolG-Bundesvorsitzend Rainer Wendt in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Polizei wird leicht als Spielverderber gesehen

    Gefühlt sei für viele Menschen die Corona-Pandemie schon zu Ende, so Wendt.

    "Wenn dann die Polizei einschreitet und auf Abstandsregeln und Maskentragen pocht, gilt sie als Spielverderber und kann leicht zum Ziel von Corona- und Fußball-Frust werden." Rainer Wendt, DPolG Bundesvorstand

    Der Gewerkschaftschef forderte von Städten und Gemeinden Rechtssicherheit für Polizisten: "Die Kommunen sind in der Pflicht, durch geeignete Verfügungen klar zu definieren, was erlaubt und was verboten ist, damit die Einsatzkräfte rechtssicher handeln können." Dazu zählten das Verbot von Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen genauso wie Betretungs- oder Verweilverbote oder die direkte Ansprache bekannter Störer.

    Zur Abschreckung: Mehr Video-Überwachung

    Der Gewerkschaftschef sprach sich auch dafür aus, den Einsatz von mobiler Video-Aufklärung auszubauen. Potenzielle Krawallmacher und Gewalttäter würden sich gut überlegen, ob sie Flaschen oder andere Gegenstände nach Polizeikräften werfen, wenn sie wüssten, dass ihr Verhalten später bei Staatsanwaltschaft und vor Gericht lückenlos rekonstruiert werden kann, so Wendt.

    Fußball-EM soll kein Superspreading-Ereignis werden

    Mit Blick auf die Fußball-EM, die am 11. Juni beginnt und bei der in Deutschland drei Spiele in München angesetzt sind, warnte Wendt vor öffentlichen Ansammlungen und übermäßigem Alkoholgenuss.

    Starke Kräfte müssten sichtbar und präsent sein und auch konsequent durchgreifen, wenn gegen Vorschriften verstoßen wird, so Wendt. Das gilt besonders für die Masken- und Abstandspflichten, gegen die erfahrungsgemäß in diesen Situationen "beharrlich und in hoher Zahl verstoßen" werde. Wendt fügte hinzu: "Niemand kann wollen, dass die EM zum Corona-Superspreader wird."

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