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GEW-Vorstoß zu Ausfall der Abiturprüfungen stößt auf Widerspruch | BR24

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Vorbereitungen für Abitiurprüfung in einer Schulturnhalle (Symbolbild)

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    GEW-Vorstoß zu Ausfall der Abiturprüfungen stößt auf Widerspruch

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. Lehrerverbände und Bildungspolitiker lehnen dies ab und warnen vor dem Makel eines "Notabiturs".

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    • BR24 Redaktion

    GEW-Chefin Marlis Tepe hatte gegenüber dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" erklärt, als Grundlage der Notengebung könnten bei Streichung der Prüfungen die mündlichen Leistungen der Abiturienten dienen. Die Pandemielage könne einen Verzicht auf den gewohnten Ablauf des Abiturs erforderlich machen.

    "Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen", so Tepe.

    Bereits im Januar hatte die GEW-Chefin diese Forderung erhoben. Sie betont, die Kultusministerinnen und Kultusminister hätten erklärt, die Abiture mit verschiedenen Prüfungsformaten gegenseitig anzuerkennen. Diese Erklärung müsse eingehalten werden, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen.

    "Negativstempel als Corona-Jahrgang" befürchtet

    Bei Lehrerverbänden stießen Tepes Anregungen auf deutliche Ablehnung. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, wies darauf hin, dass in einem Bundesland die Abiturprüfungen schon komplett abgeschlossen seien und in anderen Ländern bereits liefen. Die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern würde durch einen Ausfall zudem massiv erschwert, sagte Meidinger der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

    Er warnte vor einem "dauerhaften Negativstempel als Corona-Jahrgang", der den betroffenen Abiturienten anhaften könnte. Die Universitäten könnten wegen fehlender Vergleichbarkeit sogar Probleme bei der Studienzulassung bekommen.

    Bereits im vergangenen Jahr habe die GEW ihre jetzige Forderung gestellt, und es sei im Nachhinein gesehen absolut richtig gewesen, dass die Bundesländer dem nicht gefolgt seien, sagte Meidinger. Die Abiturprüfungen hätten 2020 trotz ähnlicher Inzidenzen sicher und weitgehend problemlos stattgefunden. Viele Bundesländer hätten zudem auf die steigenden Inzidenzen reagiert und die Abiturprüfungen auf Termine im Mai und Juni verschoben.

    Politik soll für Infektionsschutz sorgen

    Auch der Deutsche Philologenverband spricht sich für reguläre Abiturprüfungen aus. Die Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Die Schüler sollten die Chance auf ihre Abiturprüfungen bekommen, denn die Abschlussklassen haben im gesamten Pandemiejahr den meisten Unterricht von allen gehabt."

    Die Politik müsse dafür sorgen, dass gute Infektionsschutzbedingungen herrschten: "Schnelltests für jeden an jedem Prüfungstag, Impfangebote für die Lehrkräfte, genügend Abstand, damit die AHA+L-Regeln eingehalten werden können", fordert Lin-Klitzing.

    KMK-Präsidentin: Schüler nicht verunsichern

    Die brandenburgische Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) Britta Ernst (SPD) erklärte, niemand solle die Jugendlichen, die jetzt vor dem Abschluss stehen, zusätzlich zur normalen Prüfungsnervosität verunsichern.

    Ernst betonte, dass mit Hochdruck an sicheren Bedingungen für die Prüfungen gearbeitet werde. Die KMK habe einen Rahmen verabredet, der Vergleichbarkeit sicherstelle, aber Spielräume schaffe, um auf die Pandemielage Rücksicht zu nehmen. "Schülerinnen und Schülern sollen in diesem von der Pandemie geprägten Schuljahr keine Nachteile für ihre weitere Bildungsbiografie entstehen", so Ernst.

    Lorz: Abi-Absage wäre "Malus" fürs Leben

    Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte, die KMK gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfinden. Eine Absage von Prüfungen wäre zum Nachteil der Schüler, äußerte er gegenüber dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Dadurch würde den jungen Menschen ein "Malus" fürs Leben mitgegeben. "Das wären für immer diejenigen, die das Corona-Notabitur gemacht hätten. Nach dem Motto: Die haben ja keine richtige Prüfung geschrieben."

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