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GEW: "In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben" | BR24

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Bildrechte: Thomas Warnack/dpa

Symbolbild: Abitur

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    GEW: "In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben"

    Im Lockdown haben Schüler viel Unterrichtsstoff verpasst, Abschlussprüfungen sollen trotzdem bald stattfinden. Verbände fordern mehr Flexibilität. Die Erziehungsgewerkschaft GEW verlangt sogar, dass in diesem Corona-Jahr niemand sitzenbleiben dürfe.

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    Von
    • Claudia Steiner

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat gefordert, dass in diesem Corona-Schuljahr niemand sitzenbleiben darf. Das Abitur müsse notfalls auch ohne Prüfung abgelegt werden können. "Es ist höchste Zeit, dass die Kultusminister endlich ein Konzept vorlegen, wie Leistungsmessung, Prüfungen und Abschlüsse unter Corona-Bedingungen zu gestalten sind", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

    "Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise verlangt besondere Regelungen: In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben." GEW-Chefin Marlis Tepe

    Länder sollen Abschlüsse gegenseitig anerkennen

    Höchste Priorität habe, dass die Länder alle Abschlüsse gegenseitig anerkennen, sagte Tepe. "Die Länder müssen möglich machen, etwa das Abitur und den Mittleren Abschluss auch ohne Prüfung abzulegen - etwa, indem die Vorleistungen, die bereits erbracht worden sind und ohnehin den größten Teil der Note ausmachen, gewertet werden", forderte sie. Für alle Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen müsse es einen Nachteilsausgleich geben.

    Verband Bildung und Erziehung gegen "generellen Corona-Bonus"

    Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) dringt darauf, die Corona-Situation bei Zensuren und Prüfungen zu berücksichtigen. "Die Umstände, unter denen die Kinder und Jugendlichen lernen, sind in diesem Jahr besonders schwierig", sagte VBE-Chef Udo Beckmann. Die pädagogische und fachliche Kompetenz der Lehrkräfte stelle sicher, dass die Leistungen bewertet würden, die unter den gegebenen Bedingungen erbracht werden konnten. "Einen generellen Corona-Bonus wird es aber nicht geben."

    Philologenverband verlangt mehr Flexibilität bei Prüfungsaufgaben

    Der Deutsche Philologenverband forderte für Lehrkräfte mehr Flexibilität bei der Auswahl der Prüfungsaufgaben für die Abiturklausuren. Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing sagte dem Redaktionsnetzwerk, grundsätzlich sei es zwar richtig, durch zentrale Aufgaben eine höhere Vergleichbarkeit der Abschlüsse anzustreben. "Doch in diesem Schuljahr ist eben vieles anders als sonst gelaufen - und oft kann nur der Lehrer vor Ort genau beurteilen, was gelernt werden konnte und was nicht", sagte sie.

    Piazolo: Nicht prüfungsrelevante Themen weglassen

    Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte kürzlich erklärt, dass nicht prüfungsrelevante Themengebiete wegfallen und nicht jedes Detail im Lehrplan, das nicht in den Prüfungen abgefragt werde, behandelt werden solle. Vor allem aber solle genug Zeit für eine angemessene Prüfungsvorbereitung zur Verfügung stehen. In Bayern wurden bereits die Faschingsferien abgesagt, was teils heftige Kritik ausgelöst hat. Dennoch: die Zeit zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung wird immer kürzer. Und wann im Freistaat wieder Präsenzunterricht stattfindet, ist noch unklar - das hängt von den Infektionszahlen ab.

    KMK will an Abi-Prüfungen festhalten

    Die neue Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), hat jedenfalls schon erklärt, sie gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen trotz der Corona-Pandemie stattfinden können. "Wir haben im letzten Jahr bei geschlossenen Schulen das Abitur durchgeführt, die Abstände und Hygieneregeln gewahrt. Wir werden auch in diesem Jahr alles dafür tun, dass es stattfindet", sagte die brandenburgische Kultusministerin am Mittwoch im SWR-Hörfunk. Die KMK arbeite zudem an Alternativen.

    "Wenn das Infektionsgeschehen uns auch im Februar, März und vielleicht auch April noch so im Griff hält, dass der Präsenzunterricht sehr eingeschränkt ist, werden wir über Modifikationen nachdenken." Britta Ernst, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK)

    Ernst übernimmt heute den KMK-Vorsitz von ihrer rheinland-pfälzischen Kollegin Stefanie Hubig (SPD).

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