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Corona-Impfstoff frühestens Anfang 2021

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Gesundheitsministerium: Corona-Impfstoff frühestens Anfang 2021

Die Zahlen der Corona-Infektionen steigen rasant. Viele hoffen auf einen Impfung als Ausweg aus der Pandemie. Doch wann kommt der Impfstoff und wie soll er dann verteilt werden? Die ersten Vorbereitungen laufen bereits.

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Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass es frühestens Anfang des kommenden Jahres einen Impfstoff gegen Covid-19 geben wird. Aktuell sind mehrere Impfstoffe bereits in der dritten Phase der klinischen Tests. Dabei wird an mehreren hundert bis tausend Menschen geprüft – wie sicher der Impfstoff ist, wie er wirkt und wie hoch die Dosis sein muss.

Bund und Länder beraten über Abläufe

Wie die Verteilung der möglichen Impfstoffe praktisch ablaufen soll, darüber gibt es laut Bundesgesundheitsministerium aktuell Gespräche zwischen Bund und Ländern. Die Bild-Zeitung hatte berichtet, dass die Bundesregierung die Länder bereits aufgefordert habe, Lieferadressen für den Impfstoff zu nennen.

Demnach solle es bundesweit 60 Impfzentren geben. Das Bundesgesundheitsministerium wollte das nicht bestätigen. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte sich aber schon mehrfach für solche Zentren ausgesprochen, beispielsweise in Messehallen. Das bayerische Gesundheitsministerium erarbeitet derzeit eine Impfstrategie, die in Kürze dem Ministerrat vorgelegt werden wird.

Lagerung der Mittel bei minus 70 Grad

Auch Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), befürwortet Impfzentren. Wenn es zu einer Priorisierung komme, könne man das den Hausärzten nicht auflasten. Sie könnten dann zum Beispiel vor dem Dilemma stehen, dass sie einen Patienten abweisen müssten, der schon lange in eine Praxis kommt, aber noch nicht an der Reihe ist.

Für Impfzentren spricht außerdem: Die Impfstoffe werden vermutlich am Anfang in großen Flaschen kommen, bis zu hundert Dosen in einem Durchstichfläschchen. Hausärzte müssten binnen kurzer Zeit viele Menschen impfen, sonst verdirbt der Stoff. Außerdem müssen die ersten Impfstoffe wahrscheinlich bei bis zu minus 70 Grad transportiert und gelagert werden, dafür braucht es spezielle Kühlschränke.

Experten wollen bestehende Infrastruktur nutzen

Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung weist darauf hin: Impfzentren machen in Städten Sinn, auf dem Land weniger. Es müsse vor allem regional entschieden werden, wie die Impfungen ablaufen. Dabei solle man auch die Strukturen nutzen, die bereits für den Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgebaut wurden – zum Beispiel Corona-Praxen, die zu bestimmten Zeiten ausschließlich diese Patienten behandeln.

Risikogruppen haben Priorität

Klar ist, es wird am Anfang nicht genügend Impfstoff für alle geben. Deshalb hat das Bundesgesundheitsministerium die Ständige Impfkommission zusammen mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und dem deutschen Ethikrat beauftragt, ein Priorisierungskonzept zu erarbeiten.

Claudia Wiesemann, ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats, schlägt vor: Zuerst solle der Impfstoff an ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen gehen. Auch Menschen, die ein hohes Risiko haben, sich anzustecken - etwa Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder Lehrer - sollten priorisiert werden.

Auch wenn einer oder mehrere Impfstoffe Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen, wird es Monate dauern, bis genügend Menschen geimpft sind. Laut Experten müssen etwa 60 Prozent der Bevölkerung immun sein. Erst dann kann sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten.

Mal angenommen, es gibt einen Corona-Impfstoff. Wird dann alles wieder so wie vor der Pandemie? Wie sicher und wirksam ist der Impfstoff? Und: wer kriegt ihn zuerst? Darum geht's im Tagesschau-Zukunftspodcast. // Ein Gedankenexperiment.

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