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Bildrechte: pa/dpa Fabian Sommer

Viele Menschen in Deutschland sind einmal gegen Corona geimpft. Das reicht aber nicht, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Weil offenbar viele lieber in den Urlaub fahren als sich impfen zu lassen, wirbt Spahn für das volle Programm.

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Gesundheitsminister Spahn wirbt für Zweitimpfung

Viele Menschen in Deutschland sind einmal gegen Corona geimpft. Das reicht aber nicht, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Weil offenbar viele lieber in den Urlaub fahren als sich impfen zu lassen, wirbt Spahn für das volle Programm.

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Von
  • Barbara Kostolnik
  • BR24 Redaktion

Urlaub statt Impfen – eine gefährliche, mindestens aber fahrlässige Entscheidung. Vor allem, da im Herbst mit einer Welle der besonders ansteckenden Delta-Variante des Corona-Virus‘ gerechnet werden muss. "Je mehr Impfungen im Sommer kommen, desto besser wird der Herbst", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Doppelt geimpft schütze vor Delta: daher sei es sehr wichtig, sich auch die zweite Impfung geben zu lassen.

Hoher Impfschutz durch Kreuzimpfung

Nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) soll nun unabhängig vom Alter auch vermehrt eine Kreuzimpfung angeboten werden. Kreuzimpfung bedeutet, dass einer Erstimpfung mit einem Vektor-Impfstoff wie Astrazeneca eine Zweitimpfung mit einem m-RNA-Impfstoff folgen soll.

Laut Stiko-Chef Thomas Mertens ist die Verbindung von AstraZeneca und einer mRNA-Impfung wie Biontech oder Moderna eine der bestverfügbaren Impfkombis, die es aktuell gibt. Eine Kombination von Astrazeneca und Biontech schütze mindestens so gut wie Biontech/Biontech, in manchen Fällen sogar noch besser.

Astrazeneca aus der Schmuddelecke holen

Spahn hat die Empfehlung der Stiko zur Kreuzimpfung mit den Gesundheitsministerkollegen und -kolleginnen aus den Bundesländern besprochen. Man sei sich einig: Niemand soll durch die Empfehlung verunsichert werden. Die Botschaft: Es sei genug mRNA-Impfstoff vorhanden, um die Empfehlung umzusetzen.

Laut Spahn macht die Empfehlung der Stiko den Impfstoff von AstraZeneca sogar attraktiver. 2,4 Millionen Dosen des Impfstoffs werden in den nächsten Tagen an die Bundesländer ausgeliefert und an Impfzentren und Arztpraxen verteilt. Damit könnten viele Menschen schneller eine Erstimpfung bekommen.

Schneller soll es dann auch mit der Zweitimpfung gehen: Nur mehr vier Wochen Abstand zwischen erster und zweiter Spritze empfiehlt die Stiko, sprich: Wer sich jetzt mit AstraZeneca impfen lässt, kann schon in vier Wochen die zweite Impfung bekommen und ist zwei Wochen später vollständig geimpft. Bisher sollten allein zwischen erster und zweiter Astrazeneca-Impfung zwölf Wochen verstreichen.

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek skeptisch

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ist nicht ganz so optimistisch, was den schnellen Impf-Fortschritt betrifft. Im Interview mit dem BR sagte Holetschek, dadurch, dass Biontech- oder Moderna-Impfstoffe für die Kreuzimpfung verwendet werden müssten, werde es dementsprechend eine Zeit lang möglicherweise weniger Erstimpfungen damit geben.

Holetschek will Stiko-Empfehlung dennoch schnell umsetzen

Die bayerische Staatsregierung will die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Corona-Kreuzimpfungen aber trotzdem schnell umsetzen. Gesundheitsminister Holetschek bewertete es als positiv, dass der Abstand der nötigen beiden Impfungen dadurch auf vier Wochen verkürzt werden könne.

Geplant sind auch Sonderaktionen, außerdem soll die heterologe Impfung bei erweiterten Patientenimpfungen in Krankenhäusern angeboten werden.

Wer sich nun fragt, was mit denjenigen passiert, die bereits zwei Astrazeneca-Impfungen hinter sich haben, der wird vom Bundesgesundheitsminister beruhigt: Natürlich sei auch diese Impfung gut, versichert Jens Spahn. Sie schütze vor schweren und schwersten Verläufen der Covid-19-Erkrankung. In Deutschland wurden etwa 2,5 Millionen Menschen zweimal mit Astrazeneca geimpft.

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