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Gesundheitsminister beraten über Coronavirus-Ausbreitung | BR24

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Angesichts der raschen Ausbreitung des neuen Coronavirus in Italien berät die italienische Regierung an diesem Dienstag mit den Nachbarländern und Deutschland die Lage. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn reist dazu nach Rom.

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Gesundheitsminister beraten über Coronavirus-Ausbreitung

Wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus berät heute die italienische Regierung mit den Nachbarländern und Deutschland die Lage. Auch Bundesgesundheitsminister Spahn reist dazu nach Rom. In Italien starben bisher sieben Menschen an dem Virus.

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Wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus beraten heute Gesundheitsminister einiger EU-Staaten in Rom. An dem Treffen am Nachmittag sollen neben dem italienischen Gesundheitsminister Roberto Speranza und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zudem die Amtskollegen aus Slowenien, Frankreich, der Schweiz und Österreich teilnehmen.

Erwartet wird, dass die Minister über mögliche Reaktionen auf die Ausbreitung des Virus beraten. Italien hofft auf Rückendeckung der EU-Partner für ergriffene Maßnahmen wie die Abriegelung von Orten, in denen es Corona-Fälle gab.

Der italienische Zivilschutz und die Regierung in Rom hatten sich allerdings gegen Grenzschließungen ausgesprochen. Dies sei rechtlich zwar machbar, bringe aber keinen praktischen Nutzen, so der Zivilschutz. Dass Österreichs Bundesbahnen am Sonntag den Zugverkehr mit Italien vorübergehend eingestellt hatten, da zwei Reisende mit Fiebersymptomen entdeckt worden waren, sorgte in Rom für Irritation.

Spahn: Abriegelung von Städten denkbar

Minister Spahn sagte dazu am Montag, ein Virus mache an Landesgrenzen nicht halt. Zur Frage, ob auch in Deutschland wie in Italien ganze Städte abgeriegelt werden könnten, meinte er, theoretisch sei Vieles denkbar. Notwendig sei so ein Schritt nicht: "Von der Absage von Großveranstaltungen (...) bis zum kompletten Abriegeln ganzer Städte gibt es ja auch noch viele Zwischenstufen."

Sieben Todesfälle in Italien

In Italien sind nach Behördenangaben bisher mindestens sieben Infizierte gestorben - alle hatten demnach Vorerkrankungen. Die Zahl der Infektionsnachweise stieg trotz drastischer Maßnahmen wie der Verhängung von Sperrzonen auf mehr als 220, wie Zivilschutzchef Angelo Borrelli in Rom sagte. Mehr als 25 Menschen seien auf der Intensivstation. Am Vorabend waren es noch rund 150 gemeldete Infizierte. Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa.

In der besonders schwer betroffenen Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer hinein und hinaus darf.

Internationale Experten beraten italienische Behörden

In Italien traf am Montag ein Team von Experten des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Weltgesundheitsorganisation WHO ein. Es soll die italienischen Gesundheitsbehörden bei ihrem Kampf gegen das Virus und den Bemühungen um dessen Eindämmung unterstützen. "Covid-19 ist ein neues Virus, das wir sehr ernst nehmen müssen", sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge. Daher werde mit den Mitgliedstaaten eng kooperiert, um diese auf das Auftreten der Lungenkrankheit und eine mögliche örtliche Ausbreitung vorzubereiten.

EU sieht "niedrige bis moderate" Gefahr in Europa

Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus ist aber nach einer neuen EU-Einschätzung für Europäer derzeit "niedrig bis moderat". Alle bisher berichteten Fälle in der Europäischen Union hätten klare epidemiologische Verbindungen, hieß es in einer Erklärung des ECDC. Man habe Maßnahmen ergriffen, um die weitere Ausbreitung zu begrenzen.

WHO: keine Pandemie, nur regionale Epidemien

Trotz steigender Fallzahlen in mehreren Ländern übte sich die WHO auch was die weltweite Situation angeht in Optimismus. Es sei sehr ermutigend, dass die Fallzahlen in China zurückgingen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Die Ausbreitung des Virus könne noch gestoppt werden. Die Zahlen aus Italien, dem Iran und Südkorea seien gleichwohl sehr beunruhigend, sagte er. Nach WHO-Einschätzung handele es sich bislang nicht um eine Pandemie, sondern Epidemien in einzelnen Ländern.

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