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Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln zum Schutz vor Corona | BR24

© pa/dpa/Robert Guenther

Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform

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    Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln zum Schutz vor Corona

    Wegen Corona wollen viele ihr Immunsystem stärken. Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller werben mit angeblichen Heilmitteln. Das Bundesernährungsministerium und die bayerische Verbraucherzentrale warnen vor den Angeboten und möglicher Geldmacherei.

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    Von
    • Vera Cornette

    Kapseln, die vor "Viren und Bakterien schützen!", "Corona-Immun-Sets", die das Immunsystem stützen und vor Corona schützen: Im Internet kursieren zahlreiche dieser Angebote.

    Und: Immer mehr Menschen suchen gezielt nach solchen Nahrungsergänzungsmitteln, beobachtet der Pharmakologe Prof. Martin Smollich. Gegenüber dem Politik Magazin Report Mainz sagt er: "Es bleibt wenig, was man tun kann. Wir haben keine bestehenden Therapien und keine Impfung."

    Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel zum Schutz vor Covid-19

    Dabei gebe es kein Nahrungsergänzungsmittel, das zur Therapie oder Prävention von Corona-Erkrankungen wirksam sei, so Smollich. Mehr noch: Aussagen, die dies behaupten, seien irreführend, stellt das Bundesernährungsministerium klar.

    "Eine gesundheitsbezogene Werbung wie "schützt vor Viren" ist verboten." Bundesernährungsministerium

    Regelkreisläufe des Körpers können gestört werden

    Auch die bayerische Verbraucherzentrale betont, dass es keine Studien gibt, die die Wirksamkeit bestimmter Produkte gegen Covid-19 beweisen. "Es ist unverantwortlich, wenn jetzt Hersteller werben, dass diese Nahrungsergänzungsmittel helfen, sich vor Corona zu schützen", sagt Daniela Krehl von der VZ Bayern. Social Distancing, gesunde Ernährung und viel Bewegung seien wichtiger als Nahrungsergänzungsmittel.

    Denn im schlimmsten Fall sind die Produkte nicht wirkungslos, sondern kontraproduktiv. "Insbesondere Spurenelemente wie Zink und Eisen können im überhöhten Maße sogar negative Auswirkungen auf den Körper haben und das Immunsystem herunter trimmen", so Daniela Krehl.

    Mit dem Hausarzt abstimmen

    Wer fürchtet, einen Mangel zu haben, der solle das mit seinem Arzt abklären, empfiehlt Krehl. Nach dem Gießkannenprinzip sollten die Mittel keinesfalls zugeführt werden. Verbraucher, die auf irreführende Werbung stoßen, können dies bei den bayerischen Gesundheitsbehörden melden.

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