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Politik und fff-Aktivisten: Eine Chronologie der Gespräche

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Gespräche, Fakten, Forderungen: Politiker meets Umweltaktivist

Die Fridays-for-Future-Demonstranten haben sich nicht nur auf Bayerns Straßen Gehör verschafft. Ihre Aktivisten haben sich in den vergangenen Monaten auch regelmäßig mit bayerischen Politikern aus Landtag und Regierung getroffen.

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Diesen Frühling feierte die Umweltbewegung in Bayern riesige Erfolge. Seit den Fridays-for-Future-Demonstrationen und dem siegreichen Volksbegehren "Rettet die Bienen" hat die bayerische Politik auf Zuhören geschaltet.

Erstes Beschnuppern mit dem Umweltminister

Ende März und Anfang April lud Umweltminister Thorsten Glauber Jugendliche zu Klimakonferenzen ein.

"Jetzt muss ich euch sagen, jetzt kommt eine bittere Wahrheit: Ich habe ausrechnen lassen, was kostet der öffentliche Personennahverkehr kostenfrei in München, Nürnberg und Augsburg. Was schätzt ihr? 2,1 Milliarden." Thorsten Glauber, bayerischer Umweltminister

Gespräche mit Vertretern aller Parteien folgten rasch

Eine Woche später, am 12. April, haben die Umweltaktivisten Vertreter aller Landtagsfraktionen zum Gespräch getroffen. Anhören mussten sie sich die Forderung nach einem eigenen bayerischen Klimaschutzgesetz und einem schnelleren Kohleausstieg.

"Wir hoffen natürlich auf Bereitschaft und Offenheit gegenüber unseren Forderungen, denn das sind ja keine völlig aus der Luft gegriffenen Sachen, sondern die sind einfach wissenschaftlich fundiert und extrem wichtig. Deswegen hoffen wir, dass sie ankommen." - "Dass die Politiker uns anhören, uns ernst nehmen." Junge Umweltaktivisten vor einem Gespräch mit Landtagsfraktionen

Es geht langsam voran

Nach zwei weiteren Treffen mit den Umweltpolitikern von CSU, Grünen, FW, SPD, FDP und AfD sagt Jura-Student Ferdinand Klemm: "Man wird ernst genommen, von manchen mehr, von manchen weniger. Aber man sieht auch immer noch an der aktuellen Debatte, dass die komplette Akzeptanz der Fakten noch nicht vorhanden ist."

Ende Juli trafen sich die Biologie-Studentin Lucie Weber und drei weitere Aktivisten mit Ministerpräsident Markus Söder und Umweltminister Glauber in der Staatskanzlei.

"Es war erstaunlich, weil wir in ein sehr persönliches Gespräch hinein gekommen sind, und ich hatte auch das Gefühl, dass dieses Krisenbewusstsein und das Wissen um immer mehr Fakten sich so langsam angefangen hat zu entwickeln und dass uns auch zugehört wurde in begrenztem Maße - allerdings, die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden, sind nicht so weitreichend, dass ich das Gefühl habe, da ist schon genug angekommen. Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber da muss noch mehr kommen." Lucie Weber, Aktivistin

Die Fronten weichen auf

Die Gesprächsrunden mit den Landtagspolitikern werden im Oktober und November weitergehen. In den größer gewordenen Runden sitzen dann auch Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter. Dabei wollen die Fridays-for-Future-Aktivisten dann auch das bayerische Klimaschutzgesetz begleiten.

"Ich finde es auch völlig richtig, mit den jungen Leuten weiter zu reden, weil die eben auch Druck auf die Politik ausüben." Florian von Brunn, SPD-Umweltpolitiker

Martin Huber – als Umweltpolitiker für die CSU bei den Treffen mit den Aktivisten dabei – empfand diese immer als "sehr angenehm und sehr sachlich". Deshalb spricht für ihn auch "nichts dagegen - sich weiter in lockerer Form zu treffen".