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Gesetzesentwurf: Plastiktüten-Verbot rückt näher | BR24

© picture alliance / Alexia Angelopoulou/dpa

Mann trägt Plastiktüten

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Gesetzesentwurf: Plastiktüten-Verbot rückt näher

Der Verbrauch von Plastiktüten ist hierzulande bereits zurückgegangen, doch Umweltministerin Schulze reicht das nicht: Das Ministerium bestätigte, dass ihr Ressort ein Gesetz für ein Verbot von Plastiktüten vorbereite.

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Umweltministerin Svenja Schulze ist mit ihrem Plan, Plastiktüten zu verbieten, offenbar einen Schritt vorangekommen. Ihr Ministerium hat einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung dem ARD-Hauptstadtstudio bestätigt. Ein Gesetzentwurf gehe nun zur Abstimmung an die anderen Ressorts.

Plastiktütenverbot: Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro

Plastiktüten, darunter auch "bio-basierte und bio-abbaubare Kunststofftragetaschen", sollten demnach ab 2020 in Geschäften nicht mehr erlaubt sein, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf. Dann gelte eine weitere Übergangszeit von sechs Monaten, um Restbestände abzubauen. Händlern drohten bei Verstößen Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro.

Von dem geplanten Verbot ausgeschlossen wären dem Bericht zufolge dünne, abreißbare Plastikbeutel an der Obst- und Gemüsetheke. Obst würde nach Einschätzungen des Umweltministeriums womöglich von Händlern in größeren Mengen in Plastik verschweißt, was dazu führen könnte, dass Verbraucher dann mehr wegwerfen. Weiter erlaubt bleiben laut dem Bericht außerdem robuste, wiederverwendbare Tragetaschen.

Deutschland hat EU-Ziel bereits erfüllt

2016 hatten Handel und Bundesregierung vereinbart, den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern. Seitdem gibt es in vielen Läden keine Kunststofftragetaschen mehr - oder aber sie kosten etwas. Nach Zahlen der Bundesregierung von 2018 sind seitdem immer weniger Plastiktüten im Umlauf. Pro Kopf sind es demnach im Jahr 24 Plastiktragetaschen, 2017 waren es noch 29 Tüten. Das EU-Reduktionsziel auf höchstens 40 Tüten bis Ende 2025 hat Deutschland also schon unterboten.

Zahlen des Bundesumweltministeriums zufolge wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als drei Milliarden der an den Obst- und Gemüsetheken verfügbaren Knoten- oder Hemdchenbeutel verbraucht. Das entspricht im Schnitt 37 Stück pro Verbraucher. Grund für den hohen Verbrauch ist unter anderem, dass Kunden ihre Einkäufe in den kostenlosen Knotenbeuteln verpacken, seitdem Kunststofftragetaschen kostenpflichtig sind.

© BR

Spätestens seit wir Plastiktüten nicht mehr in jedem Laden kostenlos nachgeworfen bekommt, sind wir wählerischer geworden, womit wir unseren Einkauf nach Hause tragen. Doch welche Alternative ist am besten? #fragBR24