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Abschuss von Wölfen soll leichter werden | BR24

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Es ist ein sensibles Thema, mit dem sich der Bundestag heute befasst: Der Umgang mit Wölfen soll neu geregelt werden. Diese breite sich in Deutschland wieder stärker aus. Der Gesetzentwurf sieht vor, den Abschuss zu erleichtern - auch von Hybriden.

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Abschuss von Wölfen soll leichter werden

Es ist ein sensibles Thema, mit dem sich der Bundestag heute befasst: Der Umgang mit Wölfen soll neu geregelt werden. Diese breiten sich in Deutschland wieder stärker aus. Der Gesetzentwurf sieht vor, den Abschuss zu erleichtern - auch von Hybriden.

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Eigentlich stehen Wölfe, die sich wieder verstärkt in Deutschland ansiedeln, unter strengem Schutz. Doch zum Schutz von Schafen und anderen Nutztieren soll der Abschuss von Wölfen künftig leichter möglich sein. Das sehen Gesetzespläne der großen Koalition vor, die der Bundestag nach langem Streit an diesem Donnerstag verabschieden soll.

"Wir schaffen mehr Rechtssicherheit für die Entnahme von Problemwölfen." SPD-Umweltexperte Carsten Träger

Wölfe bedrohen Existenzen von Schäfern

Union und SPD wollen damit Sorgen in vielen Dörfern entgegenwirken. Unionsfraktionsvize Gitta Connemann (CDU) sagt: "Der Schutz des Wolfes ist uns auch wichtig. Aber dieser muss Grenzen haben."

In betroffenen Gebieten sorge der Wolf für Angst. Menschen erlebten, wie Haus- und Nutztiere angegriffen und gerissen würden. "In dicht besiedelten und wirtschaftlich genutzten Arealen ist kein konfliktfreies Zusammenleben mit dem Wolf möglich. Für Wolfsromantik hat dort aus gutem Grund niemand Verständnis", so Connemann. Risse bedrohten inzwischen Existenzen, Schäfereien müssten aufgeben.

So lange Wölfe schießen, bis Angriffe aufhören

Nach dem Entwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) soll ein Abschuss künftig auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es sollen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird.

Auch Mischlinge aus Wolf und Hund sollen geschossen werden

Die Länderbehörden müssen aber jeden Abschuss einzeln genehmigen. Dabei sollen Jäger regelmäßig vorab einbezogen werden. Mischlinge aus Wolf und Hund, sogenannte Hybride, sollen geschossen werden.

Künftig soll zudem schon eine Abwendung "ernster wirtschaftlicher Schäden" reichen, bisher ist im Gesetz von "erheblichen Schäden" die Rede. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, Entschädigungen zu bekommen, wenn Wölfe zuschlagen. Das Füttern und Anlocken von Wölfen soll verboten werden, damit sie sich nicht an Menschen gewöhnen.

Keine Absenkung des Standards für andere geschützte Arten

SPD-Umweltexperte Carsten Träger sagte, man habe sich mit der Union verständigt, dass es eine Sonderregelung für den Wolf geben werde - aber keine Absenkung des Schutzstandards für andere geschützte Arten. Dies sei auch eine große Sorge vieler Bürger und Naturschutzverbände gewesen.

Umweltschutzorganisation WWF begrüßt Gesetzentwurf

Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte die Pläne. Sie machten deutlich, dass Ausnahmen vom strengen Schutzstatus des Wolfes und anderer geschützter Tierarten enge Grenzen gesetzt seien. Die Tötung eines Wolfes müsse auch bei der neuen Gesetzeslage Ultima Ratio sein. Um ein langfristiges Miteinander von Menschen, Weide- und Wildtieren zu ermöglichen, seien flächendeckende Maßnahmen zum Herdenschutz in allen Bundesländern mit Wolfsvorkommen das A und O.

Zahl der Wolfsangriffe hat deutlich zugenommen

Seit der Jahrtausendwende breiten sich Wölfe in Deutschland aus, nachdem sie lange ausgerottet waren. Die Zahl der Angriffe auf Nutztiere nahm zuletzt deutlich zu. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) 639 gemeldete Übergriffe von Wölfen mit insgesamt 2.067 getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren.