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Behälter mit Roundup
© dpa-Bildfunk/Reed Saxon
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Behälter mit Roundup

Bayer hat in den USA wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat vor Gericht einen schweren Rückschlag erlitten. Die Jury in San Francisco gelangte zu dem Urteil, dass das glyphosathaltige Mittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto ein "erheblichen Faktor" für die Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman gewesen sei.

Über Jahre hinweg eingesetzt

Hardemans Anwältin Aimee Wagstaff sagte im Prozess, ihr Mandant sei dem Unkrautvernichter stark ausgesetzt gewesen, er habe das Mittel in einem Zeitraum von 26 Jahren mehr als 300 Mal angewendet. Bayer-Anwalt Brian Stekloff erklärte dagegen, die Ursache für Hardemans Krankheit und für den Lymphdrüsenkrebs allgemein sei unbekannt. "Niemand kann die Ursache nennen", sagte er. Bei Hardeman gebe es andere Risikofaktoren wie sein hohes Alter und eine Hepatitis-Erkrankung.

In der zweiten Phase sollen nun die Vorwürfe des Klägers, Monsanto habe versucht, Wissenschaftler, Behörden und die öffentliche Meinung hinsichtlich der Sicherheit seiner Produkte zu beeinflussen, geklärt werden. Dabei geht es dann auch um eventuelle Schadenersatzansprüche.

Folgeklagen drohen

Für Bayer ist dieser Fall hochbrisant, da es sich um einen richtungsweisenden "Bellwether Case" handelt. Damit ist im US-Recht eine Art Musterfall in einem Massenverfahren gemeint. Er könnte die Richtung für mehr als 760 weitere bei dem Gericht in San Francisco anhängige Verfahren vorgeben.

In einem ähnlichen Prozess im vergangenen Jahr vor einem kalifornischen Geschworenengericht hatte der Konzern 78 Millionen Dollar an einen an Krebs erkrankten Mann gezahlt. Der ehemalige Hausmeister hatte jahrelang mit glyphosathaltigen Mitteln gearbeitet.

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemie-Konzern, der den Glyphosat-Entwickler Monsanto im vergangenen Sommer für 63 Milliarden Dollar übernommen hatte, sieht sich in den USA wegen des Unkrautvernichtungsmittels insgesamt mit etwa 11.200 Klagen konfrontiert.