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Gerd Müller: Bildung für Frauen entscheidend für Familienplanung | BR24

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Entwicklungsminister Gerd Müller

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Gerd Müller: Bildung für Frauen entscheidend für Familienplanung

Das weltweite Bevölkerungswachstum bleibe eine Herausforderung, lasse sich aber durch mehr Bildung für Frauen mildern, erklärt Entwicklungsminister Gerd Müller. Er weist auf Entwicklungsländer hin, in denen die Kinderzahl pro Frau geschrumpft ist.

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Entwicklungsminister Gerd Müller hat heute Vormittag bei der Vorstellung des Weltbevölkerungsberichts 2019 in Berlin vor schweren Versorgungsproblemen in Teilen der Welt gewarnt. Ohne Änderungen werde es in Afrika bis 2050 eine Verdoppelung der Bevölkerung geben.

Derzeit leben nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung knapp 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Im Jahr 2050 werden es nach UN-Prognosen 9,8 Milliarden sein.

"Die entscheidende Frage ist: Gewinnt der Storch das Rennen - oder der Pflug? Können die Staaten die wachsende Bevölkerung auch ernähren?" Gerd Müller

Zusammenhang zwischen Bildung und Kinderzahl

Die Bildung der Frauen ist nach Ansicht des Entwicklungsministers der Schlüssel für die Begrenzung der weltweiten Geburtenzahlen. "Dort, wo Frauen Zugang zu Bildung haben, sie mehr als nur vier Jahre lang eine Schule besuchen, geht auch automatisch die Kinderzahl pro Frau zurück", erklärte Gerd Müller im Interview mit der radioWelt am Mittag auf Bayern 2.

"Junge Frauen besser aufklären"

in vielen Ländern Afrikas ende mit "dem ersten Kind auch die Schulzeit für viele Mädchen". Für die Betroffenen sei das ein "Drama". Deshalb arbeite die Bundesregierung in Gesprächen mit den betroffenen Ländern daran, dass junge Frauen besser aufgeklärt werden und leichteren Zugang zu Verhütungsmitteln erhalten.

Der Kampf gegen das drastische Bevölkerungswachstum sei einer der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungsarbeit. In Malawi hätten die Gespräche bereits dafür gesorgt, dass sich die durchschnittliche Kinderzahl in den letzten fünf Jahren von 5,5 auf 4,5 reduziert habe, so der Minister.

Bangladesch: 2 statt 6 Kinder pro Frau

Müller nannte im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2 außerdem Bangladesch als positives Beispiel. Vor 40 Jahren habe dort die Zahl der Kinder pro Frau bei sechs gelegen, heute bei zwei.