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Geplantes Tierwohl-Label nur Mogelpackung? | BR24

© pa/dpa/Friso Gentsch

Schweine im Stall

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    Geplantes Tierwohl-Label nur Mogelpackung?

    Ein staatliches Tierwohl-Label soll interessierten Verbrauchern bei der Kaufentscheidung helfen - so die Idee. Doch BR Recherche und der Süddeutschen Zeitung liegt ein Entwurf aus dem Ministerium vor, der zeigt: Tierwohl geht anders. Von Eva Achinger

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    Das geplante staatliche Tierwohllabel des Bundeslandwirtschaftsministeriums bringt so gut wie keine Verbesserungen für Tierschutz und Verbraucher. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt will das Label auch Haltern verleihen, die kaum mehr als die gesetzlichen Tierschutz-Mindeststandards erfüllen. Das geht aus einem Entwurf des Ministeriums hervor, der BR Recherche und der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

    Mehr Schein als Sein

    Sollte dieser so umgesetzt werden, wäre zum Beispiel eine Voraussetzung für Tierwohl-Betriebe, dass sie Schweinen Beschäftigungsmaterial anbieten. Doch das ist längst rechtlich vorgeschrieben. Das umstrittene Abschneiden des Ringelschwanzes wäre in der Einstiegsstufe nicht für alle Tierwohl-Betriebe kategorisch untersagt.

    Und: Auch mit staatlichem Label müsste nur ein Quadratmeter Platz pro Schwein zur Verfügung gestellt werden – etwas mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß. Das Ministerium schreibt auf Anfrage, über die im Label einzuhaltenden Kriterien sei bislang noch keine Entscheidung gefallen. Kritiker bezeichnen es als "Mogelpackung".