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Gentest auf Trisomie soll Kassenleistung werden | BR24

© dpa/pa/Patrick Pleul

Bauch einer Schwangeren

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    Gentest auf Trisomie soll Kassenleistung werden

    Krankenkassen sollen künftig Gentests bei Schwangeren auf eine mögliche Trisomie des ungeborenen Kindes bezahlen - in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen in Berlin.

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    Bluttests zur Erkennung einer Trisomie werden künftig unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Dazu zählt auch das als Trisomie 21 bekannte Downsyndrom. Nach einer Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen werden die Kosten "in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung" erstattet.

    Nur bei Risiko-Schwangerschaften

    Ziel sei es, die zur Klärung einer möglichen Trisomie erforderlichen invasiven Untersuchungen und das damit verbundene Risiko einer Fehlgeburt nach Möglichkeit zu vermeiden, teilte der Bundesausschuss in einer Erklärung mit. "Angesichts dieses Schadenspotenzials und der belegten hohen Testgüte" habe der Ausschuss nun beschlossen, den Gentest NIPT zur Untersuchung auf Trisomien in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen.

    Der nicht-invasive Gentest zulasten der Krankenkassen solle aber "nur in begründeten Einzelfällen bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken durchgeführt werden und muss mit intensiver Beratung und Aufklärung verbunden sein", hieß es weiter. "Durch diese sehr engen Voraussetzungen wird klar und eindeutig im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien geregelt, dass der NIPT nicht als ethisch unvertretbares 'Screening' eingesetzt wird", betonte der Ausschussvorsitzende Josef Hecken.

    Gentest vermutlich ab Ende 2020 Kassenleistung

    Bevor die Gentests Kassenleistung werden, stehe außerdem noch die verpflichtend vorgesehene Versicherteninformation aus, hieß es. Der Beschluss dazu werde für Ende 2020 erwartet. Am Blut der Schwangeren erkennt der Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, ob das Kind eine bestimmte Form der Trisomie, etwa das Down-Syndrom, hat. Bis zur Entwicklung der Tests war das nur über eine Fruchtwasser- oder Plazentauntersuchung möglich, die ein hohes Risiko für Fehlgeburten birgt. Diese Untersuchungen werden von der Kasse bezahlt, der risikoarme Gentest hingegen bislang nicht.

    Vorteil Bluttest: Geringes gesundheitliches Risiko

    Bei dem Bluttest wird der schwangeren Frau ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche Blut aus der Vene abgenommen. Die Bluttests ermöglichen es, die DNA-Spuren des Ungeborenen herauszufiltern und auf Chromosomen-Störungen zu untersuchen. So lässt sich ermitteln, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie ist. Die Bluttests gelten als weniger zuverlässig als die Fruchtwasseranalyse, ihr großer Vorteil liegt aber in dem sehr geringen gesundheitlichen Risiko.