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Gemeinwohlatlas: Feuerwehr auf Platz eins | BR24

© ARD / Andreas Herrler

Gemeinwohlatlas 2019 in Berlin vorgestellt

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Gemeinwohlatlas: Feuerwehr auf Platz eins

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz tragen in Deutschland am meisten zum Gemeinwohl bei. Das geht aus dem Gemeinwohlatlas 2019 hervor. Auf hinteren Plätzen landeten dagegen Facebook, Marlboro, zwei Fußballverbände und die Bild-Zeitung.

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Wer tut am meisten für die Gesellschaft und leistet viel fürs Land? Das ist die zentrale Frage des Gemeinwohlatlas. Gewonnen hat die Umfrage in diesem Jahr die Feuerwehr.

Zur Auswahl standen 137 Unternehmen, Institutionen, Vereine und auch die Kirchen. 12.000 Personen wurden im Februar und März 2019 von Forsa im Auftrag der Universität St. Gallen und der Leipzig Graduate School of Management befragt. Sie sollten die Frage beantworten, wer sich für Anstand, Zusammenhalt und Lebensqualität einsetzt.

Auf Platz eins: die Feuerwehr

Die befragten Bürger im Land glauben, dass die Feuerwehr am meisten für das Gemeinwohl tut, denn sie rettet Leben. Genau das erwarten die Bürger aber auch vom Technischen Hilfswerk, das den zweiten Platz belegt. Und auch die Bundespolizei kommt gut weg. Sie steht auf Platz sieben im Ranking.

Schlechtes Zeugnis für die Katholische Kirche

Auf Platz 19 findet sich die Evangelische Kirche wieder. Ein ordentliches Ergebnis sagen die Wissenschaftler. Die Befragung habe ergeben, dass vor allem die Älteren den Gemeinwohlbeitrag der evangelischen Kirche signifikant höher einschätzen, als Jüngere es tun.

Die Katholische Kirche hingegen steht weit hinten - auf Platz 102. Viele Befragte glauben, dass die katholische Kirche nicht genug tut für das Allgemeinwohl im Land.

Krisen haben ADAC nicht geschadet

Der ADAC steht im Mittelfeld, auf Platz 34, und hat trotz aller Krisen offensichtlich Vertrauen zurückgewonnen. Der letzte Gemeinwohlatlas ist aus dem Jahr 2015. Damals schnitt der ADAC etwa schlechter ab.

Autobranche kommt schlecht weg

Im Vergleich zum Jahr 2015 haben sich die Werte der deutschen Autohersteller teils deutlich verschlechtert. Am deutlichsten war das bei Volkswagen zu sehen: der Konzern landete auf Platz 126. Audi sackte auf Platz 106 ab, BMW auf Platz 87 und Daimler auf Platz 97.

Dabei sind es vor allem die befragten Männer, die den Gemeinwohlbeitrag der Autobranche höher einschätzen, als es Frauen tun. Die ausländischen Hersteller schneiden dabei übrigens besser ab als die deutschen Autobauer.

Borussia Dortmund vor Bayern

Auch nach dem Beitrag von Sportvereinen für die Gesellschaft wurde gefragt. Der FC Bayern steht auf Platz 119, von insgesamt 137 Plätzen. Schalke 04 (Platz 99) und Borussia Dortmund (Platz 66) schneiden deutlich besser ab.

Der FC Bayern wird sich fragen lassen müssen, warum die Menschen glauben, dass der Verein weniger für die Gesellschaft tut als andere Clubs.

Unternehmen: Marlboro auf dem letzten Platz

Was die Bewertung von Unternehmen angeht, da findet sich der Technologiekonzern Zeiss an erster Stelle wieder, an letzter Stelle Marlboro. Wer Zigaretten herstellt, der kümmert sich nicht ums Allgemeinwohl der Bürger, lautet da die Botschaft.

Ebenfalls zu den Schlusslichtern zählten die FIFA, Bild, die Deutsche Bank, die UEFA, Facebook, Twitter und Nestlé.

Interessante weitere Erkenntnisse

Frauen gaben häufiger als Männer an, dass sie durch ihr eigenes Verhalten zum Gemeinwohl beitragen können.

Ostdeutsche sind stärker als Westdeutsche der Meinung, dass Unternehmen bestraft werden sollten, wenn sie dem Gemeinwohl schaden.

Westdeutsche sind eher als Ostdeutsche bereit, auf Gehalt zu verzichten und bei Produkten mehr zu bezahlen, wenn das entsprechende Unternehmen gemeinförderlich agiert.

Die Befragten sind der Meinung, dass privatwirtschaftliche Unternehmen im Hinblick auf das Gemeinwohl vor allem auf die Moral achten sollten, gefolgt von guter Leistung im Kerngeschäft und dem Beitrag zur Lebensqualität.

Quelle: GemeinwohlAtlas 2019

© BR

Wer ist gut für unser Land? Diese Frage hat der Gemeinwohlatlas 12.000 Menschen gestellt.