| BR24

 
 

Bild

Polizisten am Ort der Geiselnahme
© pa / dpa / Geisler-Fotopresss

Autoren

Rüdiger Hennl
© pa / dpa / Geisler-Fotopresss

Polizisten am Ort der Geiselnahme

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof dauern die Ermittlungen an. Einen Tag nach dem Gewaltverbrechen beschlagnahmten Polizisten in einer Kölner Wohnung Beweismittel, die nun ausgewertet werden.

Gefundene Papiere gehören wahrscheinlich zum Täter

Geprüft wird, ob es sich bei dem Täter um einen 55-jährigen Syrer handelt, dessen Ausweispapiere am Tatort gefunden wurden. Die Polizei geht inzwischen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass die Papiere zu dem Täter gehören, gesichert ist dies aber noch nicht. Der Syrer war bei der Polizei seit 2016 wegen mehrerer Straftaten aktenkundig, unter anderem wegen Diebstahls, Körperverletzung und Hausfriedensbruchs.

Ein Angehöriger der Terrormiliz IS?

Nach Polizeiangaben soll der Mann Zeugen zufolge bei der Tat gesagt haben, dass er der "Terrorgruppe Daesh" angehöre. Dabei handelt es sich um den arabischen Namen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Der mit Brandbeschleuniger und Gaskartuschen ausgestattete Geiselnehmer soll unter anderem die Freilassung einer Tunesierin aus dem Gefängnis gefordert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung.

Täter in "sehr kritischem Zustand"

Der Mann hatte am Montagmittag einen oder mehrere Molotowcocktails in einem Schnellrestaurant geworfen und sich dann in der benachbarten Apotheke mit einer Angestellten verschanzt. Bei der Tat wurden eine Jugendliche und zwei Frauen verletzt.

Die Geiselnahme fand ein blutiges Ende genommen als Beamte eines Spezialeinsatzkommandos den Täter niederschossen, als dieser offenbar seine weibliche Geisel anzünden wollte. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Er befand sich der Polizeisprecherin zufolge am Morgen nach einer Notoperation weiter in einem "sehr kritischen Zustand".

Bahnverkehr läuft fast wieder normal

Nach der stundenlangen Vollsperrung des Kölner Hauptbahnhofs wegen der Geiselnahme normalisierte sich der Bahnverkehr wieder. S-Bahnen und Regionalzüge verkehrten am Morgen weitgehend planmäßig, wie eine Bahnsprecherin sagte. Im Fernverkehr gab es demnach aber noch vereinzelt Beeinträchtigungen. Von der fünfstündigen Vollsperrung des Kölner Hauptbahnhofs während des Polizeieinsatzes waren mehrere hundert Züge betroffen.

Autoren

Rüdiger Hennl

Sendung

Nachrichten vom 16.10.2018 - 14:00 Uhr