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Geimpfte Altenheim-Bewohner positiv auf Corona-Variante getestet | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Pflegekraft mit Überwürf und Handschuh gesichert umfasst die Hand eines alten Menschen

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    Geimpfte Altenheim-Bewohner positiv auf Corona-Variante getestet

    Wieder ein Corona-Ausbruch in einem Altenheim - diesmal aber waren die Bewohner bereits zweimal geimpft. Schwere Verläufe gibt es nach Angaben des Landkreises Osnabrück zwar nicht, doch Patientenschützer haben jetzt eine klare Forderung.

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    • BR24 Redaktion

    In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück hat es trotz mehrerer Corona-Impfungen einen Ausbruch der britischen Virus-Variante gegeben. Bei 14 Senioren sei das Virus B.1.1.7. nachgewiesen worden - obwohl alle Bewohner am 25. Januar zum zweiten Mal geimpft worden seien. Das teilte der Landkreis am Sonntag mit. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien wurden unter Quarantäne gestellt.

    Deutsche Stiftung Patientenschutz stellt Forderung an Gesundheitsministerium

    Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz forderte das Gesundheitsministerium zu engmaschiger Überwachung in Pflegeheimen nach der zweiten Impfung auf. Andernfalls gäbe es keine verlässlichen Daten dazu, welche Gefahr die Mutation für die Hochrisikogruppe bedeute.

    Es zeichne sich immer mehr ab, dass geimpfte Menschen nicht immun gegen das Coronavirus seien und es auch weitergeben könnten, sagte Brysch. Die Impfung könne aber hilfreich sein, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. "Das muss kein Schreckensszenario sein, wir werden mit dem Virus leben", erklärte er.

    Bisher wohl nur leichte Verläufe bei Bewohnern

    Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnern des Altenheimes, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, sagte auch der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes. Geimpft worden sei mit dem Produkt von Biontech/Pfizer. Wann sich die Bewohner genau infiziert haben, sei unklar.

    Aufgefallen sei der positive Befund bei den täglichen Schnelltests der Mitarbeiter am 2. Februar, teilte der Landkreis mit. Bei einer kompletten Testung der Bewohner und der Typisierung der Viren seien dann 14 Fälle der britischen Variante zum Ende der vergangenen Woche nachgewiesen worden.

    Negativ getestete Mitarbeiter in "Pendel-Quarantäne"

    Fünf der Mitarbeiter wohnen in Nachbarkreisen, daher habe der Landkreis Osnabrück die dortigen Gesundheitsämter über die Quarantäne informiert. Für die negativ getesteten Mitarbeiter bedeute die Pendel-Quarantäne, dass sie nur für den Weg zur Arbeit ihre Wohnungen verlassen dürfen.

    Ebenfalls in dem Altenheim untergebracht, aber baulich von den Pflegestationen getrennt sei ein ambulanter Pflegedienst. Dessen Mitarbeiter würden auch vorsorglich auf Corona getestet.

    Kein vollständiger Schutz durch Impfung

    Bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die mRNA-Impfstoffe der Anbieter Biontech/Pfizer und Moderna mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern, dass Menschen an Covid-19 erkranken. Es kann laut Experten jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Geimpften weiter mit dem Virus infizieren und es unbemerkt an andere weitergeben.

    Insbesondere Infektionen der Atemwege seien mit Impfstoffen schwer vollständig zu blockieren, sagt Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie am Lehrkrankenhaus der Universität Mainz. Die Impfstoffe würden aber wohl dazu beitragen, die Viruslast zu reduzieren. Und das entscheidet eben auch über die Schwere des Krankheitsverlaufs.

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